Trotz jüngster Gewinnwarnungen in der Chemiebranche
Celanese hält an Gewinnschätzung für 2001 fest

Der Chemiekonzern Celanese hält trotz der jüngsten Gewinnwarnungen in der Chemiebranche nach eigenen Angaben weiterhin an seiner Gewinnschätzung je Aktie für 2001 fest. "Wir erwarten weiterhin, dass wir den Gewinn je Aktie vor Sonderposten um mindestens zehn Prozent steigern," sagte ein Celanese-Sprecher am Mittwoch.

Reuters FRANKFURT. Im Vorjahr hatte Celanese noch ein Ergebnis je Aktie vor Sonderposten von 1,43 Euro erwirtschaftet.Unter den weiteren großen Unternehmen der deutschen Chemieindustrie hatten zuvor BASF und Bayer auf Grund der eingetrübten Konjunkturprognosen, insbesondere in den USA und Europa ihre Gewinnaussichten zum Teil deutlich gesenkt. Die Celanese-Aktie verzeichnete am Nachmittag Kursgewinne.

Zwar spüre auch Celanese die schwächere US-Konjunktur in der Automobilindustrie- und in der Telekommunikationsbranche, sagte der Sprecher weiter. "Celanese hatte dies aber in den Planungen berücksichtigt." In der Celanese AG sind die Chemiegeschäfte des früheren Hoechst-Konzerns zusammengefasst, der sich 1999 mit der französischen Rhone-Poulenc zum auf Gesundheit und Ernährung spezialierten Pharmakonzern Aventis zusammengeschlossen hatte.

BASF und Bayer hatten zuvor ihre Gewinnprognosen gesenkt und damit die deutschen Chemiewerte zum Teil stark unter Druck gesetzt. Als erstes großes Unternehmen hatte BASF am vergangenen Donnerstag seine Ergebnisschätzung für das laufende zweite Quartal angesichts weiterhin hoher Rohstoffkosten und schwacher Wachstumsaussichten für die USA und Europa nach unten revidiert. BASF rechne nunmehr nicht mit einem Ergebnisanstieg im Quartal. Eine Gewinnschätzung für das Gesamtjahr 2001 will BASF nun erst nach Ablauf des zweiten Quartals vorlegen.

Die Leverkusener Bayer senkte am Mittwoch ebenfalls ihre Gewinnprognosen und teilte mit, 2001 werde das operative Ergebnis vor Sonderposten nun nicht mehr wie geplant das Vorjahresergebnis übertreffen sondern mit etwa drei Milliarden Euro um rund 300 Millionen Euro niedriger ausfallen. Grund der niedrigeren Prognose sei einmal der Ergebniseinbruch beim Medikament Kogenate. Zudem habe die nachlassende US-Konjunktur und die in der Folge schwächere Nachfrage in Europa und Asien die Geschäfte im umsatzstärksten Arbeitsgebiet Polymere gerückt. Das Ergebnis im zweiten Quartal werde nun deutlich unter dem des Vorjahres liegen, hieß es.

Die Kronberger Celanese hatte Mitte Mai angekündigt, einen Teil ihrer Fertigung in den USA umzustrukturieren und dabei etwa 500 Arbeitsplätze abzubauen. Die Ergebnisse des zweiten Quartals würden dadurch aber wohl nicht in größerem Umfang berührt werden, hatte es geheißen. Betroffen von der Umstrukturierung seien Anlagen für chemische Zwischenprodukte sowie Acetyl- und Acetat-Produkte. Den Angaben zufolge sollen die Maßnahmen bis Ende 2001 abgeschlossen werden und zudem deutliche Einsparungen bewirken.

Die im MDax der 70 mittelschweren Werten notierte Celanese-Aktie lag am Mittwochnachmittag im Parketthandel 0,79 Prozent im Plus bei 25,50 Euro. Die Bayer-Aktie zog auf Xetra leicht um 0,28 Prozent auf 43,46 Euro an. BASF verloren 0,07 Prozent auf 43,78 Euro.

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