Trotz Krise am Bau
Holzmänner haben Chancen am Arbeitsmarkt

Trotz Branchenkrise und anhaltendem Stellenabbau haben die Holzmänner größere Chancen auf einen neuen Job als die desolate Lage am Bau vermuten lässt. "Große Konzerne wie Philipp Holzmann beschäftigen überwiegend qualifiziertes Personal", sagte der Hauptgeschäftsführer für die Wirtschaftsvereinigung Bauindustrie in Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Peters, am Freitag der dpa. Und für Facharbeiter und Poliere sehe der Arbeitsmarkt derzeit günstiger aus als noch vor zwei Jahren.

dpa HAMBURG. Nicht jeder Holzmann-Beschäftigten würde allerdings eine neue Arbeit finden, sollte er infolge der Pleite der Philipp seine Stelle verlieren. Doch die Folgen für die Belegschaft seien weniger gravierend als allgemein vermutet. "Inzwischen hat auch in der Baubranche zumindest teilweise ein Facharbeitermangel eingesetzt", sagte Peters.

Duster sieht es dagegen für ungelernte oder gering qualifizierte Arbeiter aus. Sie trifft die Krise am Bau unvermindert. Noch immer krankt der Bau an den Überkapazitäten, die nach der Vereinigung aufgetürmt wurden. In den vergangenen sechs Jahren hat die Branche rund 440 000 Arbeitsplätze gestrichen. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt noch 969 000 Stellen im Bauhauptgewerbe.

Auch 2002 wird sich der Personalabbau nach Einschätzung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie fortsetzen und 14 000 Stellen kosten. Allein im Februar zählte die Bundesanstalt für Arbeit über 356 000 arbeitslose Baubeschäftigte und nur etwas mehr als 12 000 Stellen waren offen. Erfahrungsgemäß bessert sich die Jobsituation aber in der wärmeren Jahreszeit.

Die Hauptlast tragen mit 13 000 gefährdeten Arbeitsplätzen die neuen Bundesländer. "Die Situation für Arbeitnehmer in Ostdeutschland wird schlimmer sein, denn dort gibt es mehr Überkapazitäten als im Westen." Das bestätigen auch Zahlen der Bundesanstalt: Jeder zweite arbeitslose Bauarbeiter war im Dezember 2001 bei einem ostdeutschen Arbeitsamt gemeldet.

Besser sieht es nach Einschätzung der Bundesanstalt in Bayern und Baden-Württemberg aus. Günstig sei auch die Situation in Metropolen wie Frankfurt, Köln, Düsseldorf oder Hamburg, betont Peters.

Die verhältnismäßig optimistische Prognose für qualifizierte Arbeitskräfte begründet er unter anderem mit dem hohen Durchschnittsalter mancher Belegschaften. "Da steht in manchen Betrieben ein Generationswechsel an." Außerdem sei es in den vergangenen Jahren wieder wirtschaftlich interessanter geworden, inländische Arbeitnehmer zu beschäftigen. "Mittelständische Betriebe sind wieder eher bereit, Personal im Inland einzustellen."

Denn einerseits achteten Auftraggeber stärker darauf, dass inländische Standards wie Tariflöhne eingehalten würden. Darüber hinaus erschweren auch neue Gesetze den schwarzen Schafen der Branche, Steuern zu hinterziehen oder Sozialabgaben zu unterschlagen.

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