Trotz langfristigem Optimismus: Wall Street: Erneut frühe Verluste

Trotz langfristigem Optimismus
Wall Street: Erneut frühe Verluste

Dass die Futures am Dienstag wieder einmal auf einen Handelsstart im Minus deuten, ist nicht weiter tragisch. Mit zwei Tagen im Plus hat die Wall Street nach einer fünftägigen Verlustserie und teilweise dramatischen Kursstürzen ein Signal gesetzt. Und der erste Handelstag der Woche hat zudem gezeigt, dass langfristiger Optimismus im Markt ist. Denn am Montag waren es vor allem die zyklischen Werte, die zu den größten Gewinnern gehören, also die Aktien der Unternehmen, die von einem nachhaltigen konjunkturellen Umschwung profitieren.

NEW YORK. So gehörten am Montag Alcoa, Caterpillar, DuPont, 3M, International Paper und United Technologies zu den stärksten Performern im Dow, der zum Wochenauftakt 140 Zähler oder 1,4 Prozent auf 9884 Punkten zulegte. Die Nasdaq verbesserte sich um 28 Zähler oder 1,3 Prozent auf 1846 Punkte.

Der moderate Optimismus - immerhin notieren die Indizes deutlich unter den Höchstständen des jungen Jahres - hat wohl über die "Enron-itis" gesiegt. Zahlreiche Analysten hatten in den letzten Tagen Entwarnung für Konzerne gegeben, die der Bilanzverschiebungen verdächtigt worden waren. Doch am Montag droht Nortel zu einem zweiten Enron zu werden. Der Telekomausrüster hat seinen Finanzchef gefeuert. Terry Hungle hat mit Investitionen in die Pensionsrücklagen von Nortel gegen die Firmenbestimmungen verstoßen. Offensichtlich hat Hungle 78.500 Dollar von einem Aktienfond in einen Rentenfond verschoben, kurz bevor Nortel eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat. Dass Nortel am Morgen ankündigt, im laufenden Quartal in die Gewinnzone vorzustoßen, hilft der Aktie nicht: Das Papier verliert im vorbörslichen Handel bis zu 10 Prozent.

Auch sonst geht es am Morgen eher bergab. Die Big Caps notieren mit 1 bis 2 Prozent im Minus, nachdem sich vor allem Intel von seiner aktuellen Schwäche erholt hat. Der Chipriese, der in der letzten Woche wie der Rest der Branche gestürzt war, legte 3,1 Prozent zu und gab damit dem Sektor Kraft. Nach einem positiven Kommentar von Goldman Sachs legten auch die Chip-Zulieferer zu, und am Dienstag richten sich erneut alle Blicke auf Applied Materials. Das Unternehmen legt am Abend Quartalszahlen vor und auf dem Parkett rechnet man damit, dass der erwartete Verlust von 1 Cent pro Aktie ausbleibt. Applied Materials handelt vor der Glocke mit leichten Verlusten.

Zu den großen Verlierern gehört am frühen Morgen der Handheld-Hersteller Palm. Während der wichtigste Konkurrent Handspring dank dem Launching des neuen Handy-Organizers Treo und dank positiver Analystenkommentare über Gerät und Absatzchancen am Montag kräftig zulegen konnte, sehen Anleger Palm unter Druck. Die Aktie gibt vor der Glocke 4,5 Prozent ab.

Erneut schwach dürfte am Dienstag der Telekomsektor bleiben. Die UBS Warburg hat sich die Branche vorgenommen und sieht bei den meisten Unternehmen die Kapitalinvestitionen in 2002 auf einem weiter niedrigen Niveau. Vor allem im Funk-Bereich dürften die Ausgaben für neue Geräte und Infrastruktur um 26 bis 35 Prozent zurückgehen. Dabei rechnen die Analysten vor allem in den nächsten Wochen mit Abstrichen, für die zweite Jahreshälfte erwarten sie eine leichte Verbesserung.

Am Dienstag könnte erstmals wieder eine Nachricht aus dem terroristischen Umfeld auf den Märkten lasten. Nachdem das FBI schon am Vortag Terror-Alarm gegeben hat, ist es am Morgen prompt zu einem ersten Zwischenfall gekommen. Der New Yorker Busbahnhof Port Authority, über den Hunderttausende Pendler in die Stadt kommen, ist komplett geschlossen worden, nachdem ein verdächtiges Paket gefunden wurde. Der Bundespolizei liegen angeblich Hinweise auf Anschläge am Dienstag vor.

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