Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen
Explosionen in Xinjiang erschüttern China

Explosionen und Gewehrfeuer in der nordwestchinesischen Region Xinjiang, ein ermordeter US-Tourist in Peking – zum Auftakt der Sommerspiele kam es trotz der massiven Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land zu ersten Zwischenfällen. Die Olympia-Veranstalter sehen aber keinen Zusammenhang mit Olympia.

PEKING. Zum Auftakt der Olympischen Spiele in Peking wurde die autonome chinesische Provinz Xinjiang von mehreren Explosionen erschüttert. Wie staatliche Nachrichten-Agentur Xinhua am Sonntagvormittag berichtete, habe es anschließend Feuergefechte und insgesamt acht Todesopfer gegeben. Die Olympia-Veranstalter erklärten umgehend, es gebe keine Verbindung zwischen dem Anschlag in der Provinz und den Olympischen Spielen in der chinesischen Hauptstadt. Dort haben die Wettkämpfe am Wochenende begonnen.

Überschattet wurden die Spiele auch von dem Mord eines Amerikaners. Bei einer Messerattacke an einem beliebten Touristenziel in Peking war der Mann am Samstag erstochen worden. Er handelt sich um den Schwiegervater eines Trainers der amerikanischen Olympia-Volleyballmannschaft. Seine Frau wurde schwer verletzt, ebenso eine chinesische Dolmetscherin. Ohne erkennbaren Grund hatte ein 47-jähriger Chinese die beiden Amerikaner und die Reiseführerin angegriffen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der Täter habe sich anschließend selbst getötet, indem er aus dem zweiten Stock des beliebten Trommelturms gesprungen sei. Das Motiv war unklar.

Die Explosionen in Xinjiang ereigneten sich am Sonntag im Zentrum von Kuqa, einer Stadt im Süden von Xinjiang. Augenzeugen berichteten, sie hätten Feuerblitze gesehen und sporadisch Schüsse gehört. Angeblich soll vor der ersten Explosion ein Düsenflugzeug über die Stadt geflogen sein. Laut Xinhua sind die Attentäter zu einer öffentlichen Polizeistation sowie weiteren Behörden und Plätzen gefahren, um aus einem Taxi heraus selbstgebastelte Bomben zu werfen. Fünf Terroristen seien von der Polizei erschossen, zwei Polizeibeamte und ein Sicherheitsmann verletzt worden.

Kuga liegt rund 4000 Kilometer von Peking entfernt. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Region sollen verschärft werden. Das werde sich jedoch in keiner Weise auf die Olympischen Spiele auswirken werde, sagte Wang Wei, Vizepräsident des chinesischen Olympia-Organisationskomitees. Er bestritt jeden Zusammenhang mit den Spielen. „In dieser Region gibt es schon seit längerer Zeit terroristische Aktivitäten, die auf die Abspaltung der Region vom Rest Chinas hinzielen, was nicht zu tolerieren ist.“

Bereits am 4. August waren bei einem Terroranschlag in dieser Region 16 Polizisten getötet worden. Ende Juli hatte eine islamische Gruppe angeblich ein Video veröffentlicht, in dem Anschläge auf die Sommerspiele und chinesische Städte ankündigt worden sein sollen. Am Freitag war kurz vor der Eröffnungsfeier ein neues Internetvideo mit ähnlichen Drohungen aufgetaucht. Eine weitgehend unbekannte „Turkestanische Islamische Partei“ (TIP) hatte alle Muslime aufgefordert, nicht an den Spielen teilzunehmen. Experten und die chinesischen Polizei zweifeln jedoch an den Videos.

In Xinjinag leben etwa acht Millionen Uiguren, die dem östlichen Zweig der türkischen Völker angehören und eine osttürkische Sprache sprechen. China hatte schon im Vorfeld der Olympischen Spiele vor angeblichen Terrorzellen in der muslimisch geprägten Provinz Xinjinag gewarnt. Kritiker glauben dagegen, die chinesische Führung habe bewusst die Angst vor Anschlägen geschürt, um präventiv gegen die unzufriedene Minderheit vorgehen zu können.

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