Trotz Nasdaq-Minus
Nemax unverändert

Der Neue Markt ist am Freitag uneinheitlich in den Handel gestartet. Während der All-Share-Index im frühen Handel nachgab, konnten die Blue Chips am Markt etwas zulegen. "Der Markt rechnet für Freitag mit einer Erholung der Nasdaq", sagte ein Händler mit Blick auf den am Vormittag festen Future der US-Technologiebörse Nasdaq. Außerdem seien die Umsätze sehr dünn, so dass vor dem Wochenende keine weiteren Kurssprünge zu erwarten seien. Die überraschende Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag spiele hingegen keine Rolle mehr, sagte ein Händler.

dpa-afx/rtr FRANKFURT. Am Vortag hatte die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 4,5 % gesenkt. Die Marktteilnehmer würden nun nach den Ursachen der Zinssenkung fragen und feststellen, dass es vielen Unternehmen nicht gut ginge, sagte ein Händler. Das verstärke vorerst die Zurückhaltung der Anleger.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab 0,27 % auf 1 875 Punkte ab, die im Nemax50 zusammengefassten Blue Chips gewannen hingegen 0,45 % auf 1 829 Zähler. Am Vortag legte der All-Share-Index minimal um 0,05 % zu, der Auswahlindex gewann 0,71 %. Die Nasdaq drehte am Donnerstag nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und schloss 1,29 % leichter bei 2 128 Punkten.

Ce Consumer Electronic AG meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 245 Mill. DM und einen operativen Gewinn (EBITDA) vor Abschreibungen für Goodwill von 7,2 Mill. DM. Vorstandsvorsitzender Erich Lejeune erwartet weiterhin ein sehr gutes Jahr. Die eigenen Prognosen würden aus heutiger Sicht vom bisher schlechtesten Fall ausgehen. Der Markt nahm die Zahlen im frühen Handel positiv auf. Der Wert der Aktie legte um 4,88 % auf 13,32 Euro zu.

Der Hersteller von Produktionsmaschinen für optische Speichermedien, Steag Hamatech AG, meldete für das erste Quartal einen Umsatz in Höhe von 26 Mill. Euro und einen Verlust von 4,4 Mill. Euro. "Wir sehen inzwischen eine leichte Belebung unseres Kerngeschäftsfeldes CD-/DVD-R", sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Mohren. Das Unternehmen verbuchte in den ersten drei Monaten Auftragseingänge von 43,4 Mill. Euro verbuchen. Die Analysten der Commerzbank gingen in einer Studie Mitte April davon aus, dass der Markt für Maschinen für optische Speichermedien im dritten Quartal wieder anzieht. Die Börsianer hatten mehr erwartet und boten im Vorbörsenhandel eine halbe Stunde vor Handelsbeginn in Frankfurt lediglich 14,62 Euro für einen Anteilsschein. Der frühe Handel bestätigte die Vorbörse nicht lange. Nach einem Start bei 14,50 Euro zog der Aktienwert 0,73 % auf 15,21 Euro an.

Internationalmedia unter Druck

Die Ergebnisse der ersten drei Monate lassen die Anteilsscheine von IM Internationalmedia um 5,96 % auf 23,50 Euro sinken. Mit einem Umsatz von 10,3 Mill. Euro und einem Konzernergebnis von 600 000 Euro sieht sich das Unternehmen nach eigenen Aussagen im Plan.

Statt des den Anlegern in Aussicht gestellten Gewinns von 2,4 Mill. DM wies Vorstandsvorsitzender Dieter Küchler am Freitag einen Verlust von 25,6 Mill. DM aus. Auch die Planungen für das laufende Geschäftsjahr wurden heruntergeschraubt. Der geplante Umsatz halbiert sich demnach nahezu auf 35,9 Mill. Euro. Ebenso soll das Ergebnis vor Steuern (EBT) von bisher 18,00 Mio Euro auf 9,2 Mill. Euro sinken. Finanzvorstand Reinhard Kramer wird seine Tätigkeit am Ende des Monats beenden. Der Anteilsschein gibt auf dem Frankfurter Parkett um 17,28 % auf 1,58 Euro nach.

Die auf die Vermarktung von Trickfilmen und auf Merchandising spezialisierte RTV Family Entertainment hatte vor dem Börsenstart die Jahresplanung heruntergeschraubt, bleibt nach den überarbeiteten Zahlen weiter profitabel. Der bisher für den Vertrieb zuständige Vorstand John Travers wurde entlassen. Die Aktie fällt 15,25 % auf 2,50 Euro.

Insgesamt erhöhten sich am Vormittag 26 der 50 Blue Chips am Wachstumssegment.

Von den kleineren Werten am Markt legte die Aktie der Nexus AG um über 19 % auf 5,18 Euro zu, nachdem das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Großauftrag vom Klinikum Ludwigshafen erhalten hat. Dagegen büßten die Titel der Lipro AG über 21 % auf 1,53 Euro ein. Zuvor hatte das Berliner Softwarehaus seine Jahresprognosen für den Umsatz und das Vorsteuerergebnis (Ebt) 2001 gesenkt und ein nach unten korrigiertes endgültiges Ergebnis für das Gesamtjahr 2000 vorgelegt.

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