Trotz Niederlage bei Cegetel: Briten erhöhen Anteile an europäischen Konkurrenten und weiten Kooperationen aus
Vodafone ist in Europa weiter auf Einkaufstour

Wo immer der Preis stimmt, erhöht das Londoner Unternehmen seinen Anteil an regionalen Anbietern - allein in der vergangenen Woche in Griechenland und den Niederlanden.

LONDON. Mit seinen mehr als 100 Millionen Kunden und Vertretungen in 29 Ländern ist Vodafone der größte Mobilfunkanbieter in Europa. Während die meisten Konkurrenten sich derzeit auf den Abbau ihrer gigantischen Schulden aus Expansionszeiten konzentrieren müssen, hat Vodafone jetzt freie Bahn. Zwar ist auch der britische Konzern in den Boom-Jahren gewachsen - vor allem durch die Übernahme von Mannesmann. Aber bei den Briten werden die Verbindlichkeiten Ende des Jahres gerade 13 Mrd. £ (20,4 Mrd. Euro) betragen - 16 % ihrer derzeitigen Marktkapitalisierung. Und Vodafone könnte bis etwa 22 Mrd. £ gehen, ohne dass sich etwas an der Kreditbewertung ändern würde. Zum Vergleich: France Télécom hat 70 Mrd. Euro Schulden, mehr als drei Mal so viel wie die Marktkapitalisierung des Konzerns.

"Vodafone hat eine Bilanz, die dem Unternehmen erlaubt zu tun, was immer es will", sagt Damien Maltarp, Analyst bei Banc of America Securities. Analysten sehen in den Anteils-Käufen nur einen Sinn: Die Firmen sollen eines Tages vollwertige Konzerntöchter werden. Aber eine Minderheitsbeteiligung war in der Vergangenheit nicht immer ein gutes Geschäft für Vodafone - etwa die 750 Mill. Euro teure Übernahme eines 1 %-Anteils an China Mobile, die Vodafones Gesamtanteil auf gerade 3 % erhöhte.

Doch inzwischen sind die Preise für Mobilfunk-Aktien im Keller. Vodafone hat die Wahl, eigene Aktien zurückzukaufen oder seine Anteile an anderen zu erhöhen. Viele Investoren ziehen letzteres vor.

Vergangene Woche - die Schlacht mit Vivendi Universal um die Kontrolle über Cegetel war noch in vollem Gange - griff Vodafone in Griechenland und den Niederlanden erneut zu: Am 27. November kaufte Vodafone von France Télécom 10,8 % an der griechischen Panafon für 311 Mill. Euro in bar. Insgesamt halten die Briten jetzt 62,78 % an Panafon. Am selben Tag übernahm Vodafone von der ING Group 7,56 % an der niederländischen Libertel, an der die Briten nun 77,56 % halten. Ein Preis wurde nicht genannt, aber zum Schlusskurs von Libertel am Tag der Übernahme hätte das Geschäft einen Wert von 217 Mill. Euro gehabt.

Auch die Reichweite seiner Marke und seiner Dienste erhöht Vodafone stetig. Mit Radiolinja Eesti AS, dem estnischen Ableger des finnnischen Betreibers Oy Radiolinja AB, haben die Briten gerade ein entsprechendes Abkommen geschlossen. Radiolinja wird künftig die Marke Vodafone mit der eigenen verbinden und internationale Dienste der Briten anbieten. Ein ähnliches Abkommen hat der britische Konzern im Februar bereits mit der dänischen TDC geschlossen. Auch der Fall Cegetel gilt für die Briten keineswegs als abgeschlossen: Sobald sich eine Gelegenheit bietet, wird Vodafone sie ergreifen - das hat Konzernchef Chris Gent bereits angekündigt.

Quelle: Handelsblatt

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