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Trotz Öl- und Tech-Rally: Wall Street schließt im Minus

Eine kleine Rally im Tech-Sektor und in der Ölbranche hatte die Wall Street am Dienstagmittag gestützt, doch reichte am Ende der Atem nicht. Beide großen Indizes schlossen im Minus. Der Dow Jones verlor 112 Punkte oder 1,1 Prozent und ging mit 9870 aus dem Handel. Die Nasdaq schloss mit einem kleinen Verlust von nur fünf Punkten oder 0,3 Prozent.

Dass die Märkte den ganzen Tag unter Druck stehen würden, war am Morgen schon klar gewesen. Kurz nach Marktöffnung war das Verbrauchervertrauen veröffentlicht worden. Der Index ist erneut gefallen ist und notiert auf dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren. Ein wenig Hoffnung blieb den Händlern nach einem Blick auf die Details: Das Vertrauen in eine Verbesserung der Situation, ein früher Indikator für den Index im nächsten Monat, ist um vier Zähler gestiegen.
Es waren aber Unternehmensmeldungen, die am Mittag zumindest einigen Werten ins positive Terrain verhalfen. Intel war mit einem Plus von 1,7 Prozent größter Gewinner unter den Big Caps und meistgehandelter Titel an der Nasdaq. Der Chiphersteller, der schon am Montag nach positiven Unternehmensmeldungen Gewinne hatte einfahren können, bestätigte auf einer Analystenkonferenz die Gewinnaussichten für das laufende Quartal. Auch der Chip-Equipment-Hersteller KLA-Tencor gehe optimistisch in das nächste Quartal. Diese Aussagen pushten den Chipsektor, der bis zur Glocke fast ein Prozent zulegen konnte.
Der Software-Entwickler Red Hat stützte den neuen Markt ebenfalls. Das Unternehmen hat vom Hardware-Riesen IBM einen Millionen-Auftrag an Land gezogen. Red Hat soll Linuxprogramme an die Bedürfnisse der IBM Server anpassen. Die Aktie von Red Hat legte 26 Prozent zu.
Dem Branchenprimus Microsoft erging es weniger gut. In Sachen Kartellrechtsstreit hatte der Staatsanwalt von Connecticut erklärt, der Bundesstaat werde sich der Einigung des Softwarekonzerns mit der Regierung nicht anschließen und wolle weiter klagen. Außerdem kritisieren mehrere Stellen Microsofts Idee, unterprivilegierte Schulen mit Computern und Software auszustatten, als einen weiteren Schritt in Richtung Monopol. Microsoft gab 2,1 Prozent ab.
Papiere von Amazon und Yahoo verlieren am Dienstag 5,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Beide Unternehmen hatten am Montag deutlich zugelegt, nachdem sie überraschend hohe Umsätze am ersten vorweihnachtlichen Einkaufswochenende gemeldet hatten - Gewinnmitnahmen kamen nicht überraschend.
Weniger berauschend scheinen die Verkäufe hingegen bei der Multimarkt-Kette K-Mart zu laufen. Das Unternehmen hat in den letzten drei Monaten einen Verlust von 25 Cents pro Aktie hinnehmen müssen. Das ist immerhin zwei Cents weniger Verlust als die Analysten erwartet hatten. Die Aktie von K-Mart verlor dennoch 6,8 Prozent. Die Branche notiert im Mittel mit 1,3 Prozent im Minus.
Größter Verlierer im Dow Jones Index war aber ein anderer Einzelhändler. Händler verloren - auch angesichts der schwachen Konsumentendaten - ihr Vertrauen in die Baumarktkette Home Depot. Das Management hat offensichtlich selbst Sorgen: Home Depot hat überraschend eine Analystenkonferenz für Dezember einberufen. Die Aktie verlor 4,7 Prozent.
Unerwartet stark zeigte sich am Nachmittag der Ölsektor. Nachdem die USA dem Irak in Zusammenhang mit dem Afghanistan-Krieg mit Sanktionen droht, erwarten Analysten, dass der Wüstenstaat im Gegenzug seine Öl-Importe stoppen werde. Der Ölpreis kletterte um vier Prozent. Förderunternehmen und Plattform-Provider legten im Branchenmittel zwei Prozent zu.
Den Airlines kommt ein höherer Ölpreis gar nicht recht. Sie hatten in der größten Krise der Branche vom niedrigen Preisniveau profitiert. Die Carrier gaben zur Glocke mehr als zwei Prozent ab. 3,7 Prozent verlor allein US Airways. CEO Rakesh Gangwal hatte am Nachmittag seinen Rücktritt erklärt. Die Aktie war zeitweise um mehr als sieben Prozent eingebrochen, bevor Stephen M. Wolf als Nachfolger vorgestellt wurde.
Das Energie-Sorgenkind Enron schaffte am Nachmittag doch noch den Spring ins grüne Terrain. Das Management verhandelt wieder mit dem übernahmewilligen Energiekonzern Dynegy. Zwar wird dieser wohl nur noch fünf Milliarden Dollar für Enron ausgeben und damit 40 Prozent weniger als ursprünglich erwartet worden war. Doch scheint mit der Übernahme die Zukunft von Enron gesichert, da Dynegy die teuren Umstrukturierungsmaßnahmen des Konzerns finanzieren kann.

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