Trotz Schulterschluss mit den USA
Deutsche Wirtschaft will Kontakte zu Irak und Iran halten

Auch wenn die Politik nach den Terroranschlägen den Schulterschluss mit den USA sucht, will die deutsche Wirtschaft die Beziehungen zu den von Washington als "Schurkenstaaten" angesehenen Ländern wie Irak, Iran oder Libyen zunächst nicht in Frage stellen.

HB DÜSSELDORF. Der Vorsitzender der Nordafrika Mittelost Initiative der deutschen Wirtschaft (NMI), Klaus Lederer, sprach sich gegenüber dem Handelsblatt dafür aus, den erst seit 1. September wieder in Bagdad residierenden deutschen Geschäftsträger trotz der neuen Entwicklung im Land zu belassen. Allerdings stelle die Wirtschaft ihre bisherige Forderung nach der Entsendung eines deutschen Botschafters und der Aufhebung der Uno-Sanktionen zunächst zurück, betonte der Vorstandsvorsitzender der Babcock Borsig AG.

"Sicher ist die Solidarität mit den USA die Priorität Nummer eins", betonte Lederer, der als NMI-Vorsitzender für alle großen Wirtschaftsverbände in Deutschland spricht. "Aber gefragt ist eine besonnene Reaktion auf den Terror und keine pauschale Verurteilung aller Länder der Region. Auch in Krisenzeiten ist es wichtig, einen Gesprächsfaden aufrecht zu erhalten", verteidigt Klaus Lederer die Position der Wirtschaft. In vielen Ländern gebe es klar westlich orientierte Gruppen. "Falls die Amerikaner allerdings mit Macht einfordern, dass sich auch die Europäer nun ihrer harten Embargohaltung anschließen, werden wir uns dem nicht entziehen können", erwartet der Babcock-Vorstandsvorsitzende.

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