Trotz schwacher US-Konjunkturdaten
Dax bekommt wieder die Kurve

Angesichts steigender Kurse an den US-Börsen haben auch die deutschen Aktienmärkte am Donnerstag gegen Abend freundlich tendiert, obwohl es am Markt Händlern zufolge Zweifel an der konjunkturellen Erholung der US-Wirtschaft gibt.

Reuters FRANKFURT. "Nach dem jüngsten Kursaufschwung ist hier erstmal die Luft raus", sagte ein Aktienhändler mit Blick auf den deutschen Markt. Nach den US-Konjunkturdaten vom Mittwoch und Donnerstag gebe es wieder Zweifel, wie nachhaltig die vorherigen Daten gewesen seien und wohin sich der Markt entwickele. Die US-Lagerbestände der Industrie- und Handelsunternehmen sind im Januar um 0,2 % zum Vormonat gestiegen. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang um 0,3 % gerechnet. "Es wurde offenbar mehr produziert, als abgesetzt werden konnte. Die Nachfrage scheint noch nicht sehr stabil zu sein", sagte ein deutscher Aktienhändler.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am späten Nachmittag 0,65 % fester bei 5 280 Zählern. Am Neuen Markt zog der Nemax-50-Index um 0,41 % auf 1 009 Stellen an. Der MDax für die mittelschweren Werte fiel um 0,29 % auf 4 408 Punkte. In den USA legten der Dow-Jones-Index für die Standardwerte 0,37 % und die Technologiebörse Nasdaq 0,48 % zu.

BASF noch verhalten für 2002

Europas größter Chemiekonzern BASF hat im Schlussquartal 2001 einen kräftigen Ergebnisrückgang verzeichnet und sieht noch keine richtige Trendwende in der Chemiekonjunktur. Vorstandschef Jürgen Strube äußerte sich zur Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr weiterhin vorsichtig. Dennoch legten BASF-Papiere 1,20 % auf 46,35 ? zu. "Das Ergebnis lag etwas über den Erwartungen", sagte Friedrich Diel, Fondsmanager bei Frankfurt Trust. Der Ausblick sei verhalten.

Neben BASF legten auch Bayer-Aktien weiter zu. Der Pharmakonzern hatte am Mittwoch einen optimistischen Ausblick für 2002 gegeben und beim Ergebnis für 2001 die Markterwartungen übertroffen.

SAP-Papiere profitierten Händlern zufolge von einer bekräftigten Kaufempfehlung der Investmentbank Merrill Lynch. SAP-Titel zogen um 1,11 % auf 166,33 ? an.

Schwächer tendierten dagegen die Anteilsscheine des Energieversorgers Eon, die sich um 1,53 % auf 56,82 ? verbilligten. Nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Börse könnte sich das E.ON-Gewicht im Dax auf 5,36 % von zuvor 5,96 % verringern. Die niedrigere Gewichtung sei darauf zurückzuführen, dass die Anzahl der ausgegebenen Aktien von Eon abgenommen habe, sagte ein Börsensprecher. Eon hatte im vergangenen November rund 76,3 Mill. eigene Aktien zurückgekauft.

Babcock- und Holzmann im MDax unter Druck

Die Talfahrt der Vortage setzte im Mdax die Aktie von Babcock Borsig fort, die um weitere 12,65 % auf 6,40 ? rutschte. Babcock hatte vor einigen Tagen einen strategischen Rückzug aus dem Schiffbau angekündigt. Deswegen hat nun der Babcock-Großaktionär Guy Wyser-Pratte nach eigenen Angaben auch eine Verschiebung der für Dienstag angesetzten Hauptversammlung beantragt. Babcock-Papiere haben in dieser Woche rund ein Drittel ihres Wertes verloren.

Der erneut in finanziellen Problemen steckende Baukonzern Holzmann verlor rund fünf Prozent seines Börsenwertes. Nach Angaben aus Bankenkreisen stehen bedeutende Gläubigerbanken nicht hinter dem von der Deutschen Bank vorgelegten Rettungskonzept für den Frankfurter Baukonzern. Holzmann teilte indes mit, die Zustimmung von drei Banken stehe noch aus. Ein Händler sagte: "Die Probleme belasten natürlich. Und die angestrebte Befreiung von der Ad-hoc-Publizitätspflicht wäre sehr intransparent und würde die Unsicherheit nur noch mehr schüren." Holzmann-Konkurrent Hochtief legte an der Börse dagegen um 5,74 % auf 19,35 ? zu.

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