Trotz starkem Yen
Japanische Exporte im Mai kräftig gestiegen

Die japanischen Exporte sind im Mai trotz der jüngsten Yen-Kursgewinne so stark gestiegen wie seit November 2000 nicht mehr und haben damit für eine kräftige Ausweitung des Handelsbilanzüberschusses gesorgt. Analysten warnten vor einer zu starken Abhängigkeit der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft von der Auslandsnachfrage.

Reuters TOKIO. Die japanischen Ausfuhren legten im Jahresvergleich um 8,7 % zu, wie das Finanzministerium am Montag in Tokio mittelte. Der Überschuss der Handelsbilanz stieg damit um 183 % auf 728,8 Mrd. Yen (rund 6,3 Mrd. Euro). Der Leistungsbilanzüberschuss weitete sich um 108 % auf 1,044 Bill. Yen. Ein Ministeriumsvertreter sagte für die kommenden Monate einen weiteren Exportanstieg voraus.

Nach der Rezession 2001 hatten vor allem Exporteure wie Toshiba oder Toyota in den ersten drei Monaten dieses Jahres das Wirtschaftswachstum in Japan vorangetrieben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 5,7 % gestiegen.

Angesichts der starken Yen-Kursgewinne zum Dollar warnten Analysten jedoch davor, der exportgetriebene Aufschwung könne nur kurzlebig sein. "Die Konjunkturindikatoren ziehen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe stetig an", sagt Shuji Shirota von Dresdner Kleinwort Wasserstein. "Doch das Szenario für eine breite wirtschaftliche Erholung könnte durch eine weitere Yen-Stärke ernsthaft beschädigt werden". Der Dollar fiel am Montag zum Yen auf eine neues Zehnmonatstief unter 116,10 Yen. Seit Jahresbeginn hat die US-Währung zum Yen mehr als zehn Prozent an Wert verloren. Ein starker Yen verteuert japanische Waren im Ausland und beeinträchtigt somit die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie des Landes.

Die Exporte machen aber nur rund 10 % der japanischen Wirtschaftsleistung aus. Analysten wollen daher erst von einer nachhaltigen Konjunkturerholung in Japan sprechen, wenn die derzeit stagnierende inländische Konsumnachfrage wieder anspringt.

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