Trotz starker Antiraucherlobby verzeichnen Tabakkonzerne robuste Kursentwicklung
Das Aktienduell: Philip Morris gegen BAT

Die Aktien der beiden weltgrößten Tabakkonzerne sind Stars in der Baisse. Welcher Titel bietet jetzt noch die bessere Langfristperspektive?

DÜSSELDORF. Die Aktien der beiden Tabakkonzerne waren mit das Beste, was Anlegern in den vergangenen zwei Jahren passieren konnte. Beide Papiere notieren heute etwa 200 Prozent höher. Ein Ende des Aufwärtstrends ist vorerst nicht in Sicht. Das liegt an ihren ausgesprochenen Defensivqualitäten dank der extrem preisunelastischen Nachfrage nach Zigaretten. Immer dann, wenn dem Gesamtmarkt die Puste ausgeht, schwenken Anleger auf Tabakaktien um. Und das ist, mit Ausnahme kurzer Phasen, inzwischen seit zwei Jahren der Fall. So wird es wohl auch auf absehbare Zeit weitergehen. Denn die Konjunkturhoffnungen, die Zyklikern und Technologiewerten bis vor wenigen Wochen noch Auftrieb verliehen, kühlten sich zuletzt wieder merklich ab. Die Gewinnbewertungen von Phlip Morris und BAT liegen jeweils bei einem Faktor von knapp zwölf, die Dividendenrenditen oberhalb von vier Prozent.

Urteil: Neutral

Die Unternehmen: In der Einzelbetrachtung zeigt sich eindeutig die Überlegenheit von Philip Morris. Der US-Konzern erzielt nur etwa die Hälfte seines Geschäfts mit Zigaretten. Dafür besitzt er 84 Prozent des weltweit zweitgrößten Nahrungsmittelmultis Kraft Foods, der in diesem Jahr wohl einen Reingewinn von gut 2,6 Milliarden Dollar abwerfen wird. Das unterstreicht die hohe Qualität der Aktie und mindert zugleich die Abhängigkeit vom weltweit stagnierenden Zigarettenmarkt. Insgesamt steuert Philip Morris in Richtung 100 Milliarden Dollar Umsatz und 9,8 Milliarden Dollar Reingewinn. BAT ist dagegen ein reines Tabakinvestment, dafür aber immer noch ein sehr lukratives angesichts 2,1 Milliarden Pfund Sterling Vorsteuergewinn bei 25,7 Milliarden Pfund Umsatz. Volumenzuwächse beim Zigarettenabsatz lassen sich langfristig aber wohl nur noch in Asien - vor allem in der weltgrößten Rauchernation China - erzielen. Auf den weitgehend gesättigten Märkten in Amerika und Europa geht es dagegen nur noch um den Zugewinn von Marktanteilen. So machten in Madrid zuletzt wieder Gerüchte die Runde, BAT habe es ernsthaft auf den spanisch-französischen Tabakkonzern Altadis abgesehen.

Ein immer wieder auflodernes Störfeuer: Die starke Antiraucherlobby, die die Tabakkonzerne vor allem in den USA mit utopischen Schadensersatzklagen überzieht. Zweifellos ein ernst zu nehmendes Problem für die Branche. Doch bevor alle Stricke reißen, kann sich die Branche auf den Beistand der Regierungen verlassen - Stichwort Tabaksteuer. Auch die robuste Kursentwicklung der Aktien verdeutlicht, dass in dieser Frage offenbar viel heiße Luft im Spiel war und ist. Dennoch: Das starke Standbein im Nahrungsmittelgeschäft verschafft einen klaren Vorteil für Philip Morris .

Das Fazit: Wer die Aktien im Depot hat, bleibt dabei. Selbst Zukäufe sind aktuell wieder zu vertreten. Anleger sollten dabei Philip Morris übergewichten.

Quelle: Wirtschaftswoche

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