Trotz uneinheitlicher US-Konjunkturdaten
Dollar setzt Erholung fort

Der Dollar hat sich zum Wochenbeginn auf breiter Front weiter gefestigt. Der Euro fiel zeitweise unter 0,97 Dollar, behauptete sich damit aber über der wichtigen charttechnischen Marke von 0,9650 Dollar. Händler begründeten die Dollar-Käufe mit der wachsenden Überzeugung, dass die USA für eine Aktion im Golf allmählich Unterstützung fänden.

Reuters NEW YORK. Im frühen New Yorker Handel notierte der Euro mit 0,9711/15 Dollar über seinem zuvor von der EZB festgelegten Referenzkurs von 0,9683 (Freitag 0,9810) Dollar. Im Referenzkursverfahren der Banken wurde die Gemeinschaftswährung am Mittag mit 0,9682 (Freitag 0,9812) Dollar festgelegt. Zur japanischen Währung legte die US-Valuta auf 122,09/17 nach 121,65/73 Yen am Freitag zu.

In Fernost war der Euro bis auf 0,9661 Dollar gefallen, was Händler zum Teil aber auch auf geringe Umsätze angesichts eines Feiertags in Japan zurückführten. Der Dollar setzte mit seinen Gewinnen den am Freitag im späten Geschäft in New York begonnenen Aufwärtstrend fort. Trotz uneinheitlicher US-Konjunkturdaten hatte sich schon zum Vorwochenschluss die Überzeugung am Markt durchgesetzt, dass sich die US-Wirtschaft schneller als die Japans und Europas erholen werde. "Die Leute sind zu der Überzeugung gelangt, dass sich die Konjunktur in den USA nicht weiter abkühlt", sagte Jake Moore, Devisenstratege bei Barclays Capital.

Händler machten zudem die jüngste Entwicklung am Golf für die Festigung des Dollar verantwortlich. "Die USA machen den Eindruck, als gewännen sie Unterstützung von vielen Nationen für ihre Haltung gegenüber dem Irak, was einen Teil der Risiko-Prämie vom Dollar nimmt", erklärte ein Händler. Dazu haben nach Angaben aus Marktkreisen auch Äußerungen des Außenministers Saudi-Arabiens, Prinz Saud el Faisal, am Wochenende in einem CNN-Interview beigetragen. Darin hatte dieser erklärt, Saudi-Arabien würde ein Vorgehen gegen Irak mittragen, wenn ein Auftrag der UNO vorläge.

"Die Leute gehen davon aus, dass das geopolitische Klima nicht so schlecht ist, wie bislang angenommen. Dies ermutigt zu Dollar-Käufen", fügte Moore hinzu.

Händler begründeten die Entwicklung zum Yen vor allem mit der am Dienstag und Mittwoch anstehenden Sitzung der Bank of Japan (BOJ). Viele Analysten erwarten, dass die Bank sich mit unorthodoxen Mitteln gegen die Deflation in Japan stemmen könnte. Der stellvertretende japanische Finanzminister Haruhiko Kuroda hatte am Freitag erklärt, Yen-Verkäufe könnten theoretisch ein Mittel zur Deflations-Bekämpfung sein. Kuroda hatte einschränkend hinzu gefügt, dass dies allerdings international nicht leicht durchzusetzen sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%