Trotz US-Tochter Chrysler
Daimler-Chrysler hält an seiner Prognose fest

Die Daimler-Chrysler AG hält ungeachtet der wirtschaftlichen Folgen der Anschläge vom 11. September an ihren Prognosen für 2001 für den Gesamtkonzern und die angeschlagene US-Tochter Chrysler fest.

rtr STUTTGART. Allerdings werde nun ein operatives Ergebnis im unteren Bereich der bestehenden Spanne von 1,2 bis 1,7 Mrd. ? erwartet, teilte der Konzern am Dienstag in Stuttgart mit. Auch die Prognosen für die US-Tochter Chrysler hätten weiter Bestand. Im dritten Quartal steigerte der Konzern seinen bereinigten operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 23 % auf 666 Mill. ? und erzielte damit ein deutlich besseres Ergebnis als von Analysten erwartet. An der Börse baute die Daimler-Chrysler-Aktie daraufhin ihre Kursgewinne aus.

Intraday-Chart von Daimler-Chrysler

Nach den Anschlägen in den USA sei der Ausblick für den Rest des Jahres schwieriger geworden, ergänzte der Stuttgarter Konzern. "Trotz der Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen strebt der Daimler-Chrysler-Konzern für das Jahr 2001 einen Operating Profit ohne Einmaleffekte an, der im unteren Bereich der im Februar angekündigten Bandbreite von 1,2 bis 1,7 Mrd. ? liegen sollte", hieß es. Der Umsatz werde mehr als 145 Mrd. ? betragen. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis werde er damit trotz der Folgen der Anschläge leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Im Jahr 2000 hatte Daimler-Chrysler einen operativen Gewinn von 5,2 Mrd. ? erwirtschaftet.

Zur Entwicklung bei Chrysler hieß es, die US-Tochter habe bei Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen große Fortschritte gemacht und sei zuversichtlich, dies auch fortsetzen zu können. Trotz der derzeitigen Entwicklung der Automärkte vor allem in den USA werde es Chrysler voraussichtlich möglich sein, das Ergebnisziel eines bereinigten operativen Verlustes in der Spanne von 2,2 bis 2,6 Mrd. ? zu erreichen.

Auch für die Bereiche Pkw der Marken Mercedes und Smart sowie Nutzfahrzeuge hielt Daimler-Chrysler an den bisherigen Prognosen fest. Die Sparte Mercedes/Smart werde ungeachtet der schwierigen Marktbedingungen die hohen Vorjahreswerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis übertreffen können. Für die Nutzfahrzeugsparte werde ungeachtet der sich weiter eintrübenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Verluste bei der US-Tochter Freightliner ein leichter operativer Gewinn erwartet.

Zum Ergebnis im dritten Quartal teilte Daimler-Chrysler mit, der operative Gewinn habe die eigenen Planungen übertroffen. Grund dafür sei die positive Entwicklung in der Mercedes-Pkw-Sparte und die verbesserte Ergebnisentwicklung bei Chrysler. Analysten hatten im Schnitt für den Gesamtkonzern mit einem Betriebsgewinn von 338 Mill. ? gerechnet.

Die Pkw-Sparte Mercedes/Smart steigerte ihr operatives Ergebnis von Juli bis September um neun Prozent auf 807 Mill. ?, der Umsatz legte allerdings sogar um zehn Prozent auf 11,6 Mrd. ? zu. Die US-Tochter Chrysler verringerte ihren operativen Verlust im Quartal auf 267 (Vorjahr 579) Mill. ?. Während das Mercedes-Ergebnis den Erwartungen von Analysten entsprach, fiel der Verlust bei Chrysler deutlich geringer als erwartet aus.

Analyst John Lawson von der Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney sagte, das operative Ergebnis im dritten Quartal sei eine positive Überraschung. "Noch wichtiger ist, dass sie offensichtlich entschieden haben, an ihrer Prognose für 2001 festzuhalten - und die hatten die meisten Analysten schon dem Mülleimer übereignet." Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank sagte, vor allem der Verlust von Chrysler sei überraschend gering ausgefallen. Es gebe zwar noch Risiken für das vierte Quartal durch die Folgen der Anschläge. "Aber im Grundsatz ist das ein sehr guter Hinweis darauf, dass die Umstrukturierung bei Chrysler im Plan liegt."

Im Aktienhandel baute die DaimlerChrysler-Aktie nach der Vorlage der Zahlen ihre Kursgewinne aus. Am Nachmittag wurde die Aktie für 40,90 ? und damit um 5,4 % höher als am Vortag gehandelt. Das Börsenbarometer Dax lag zum gleichen Zeitpunkt mit 1,7 % im Plus.

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