Trotz US-Vorgaben
Europäische Börsen schwächer

Die europäischen Börsen zeigten sich am Freitag von den guten US-Vorgaben unbeeindruckt und tendierten schwächer. Technologie- und Telekomwerte verloren nach der teilweisen Senkung von Prognosen der Telekom-Ausrüster Ericsson und Nokia an Boden, aber auch Bank- und Versicherungswerte gaben nach.

Reuters FRANKFURT. "Ericsson beginnt, Marktanteile zu verlieren und das Bargeld wird knapp. Es sieht nicht gut aus für Ericsson", sagte die Anlagestrategin für europäische Aktien bei HSBC Securities, Sharon Coombs. "Nokia hat bewiesen, dass es in einem Umfeld wie diesem seinen Marktanteil halten kann, und das ist gut."

Nokia hatte im ersten Quartal 2001 Umsatz und Gewinn über den Erwartungen gesteigert, zugleich jedoch seine Prognosen für das Gesamtjahr leicht gesenkt. Ericsson meldete einen geringeren Verlust vor Steuern als von Analysten erwartet, senkte aber ebenfalls seine Prognosen zum Teil. Zudem kündigte das Unternehmen den Abbau von weiteren 10 000 Arbeitsplätzen an.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis zum Mittag um 0,73 % auf 4 184 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab 0,32 % auf 4 406 nach.

Die US-Trendbarometer notierten uneinheitlich. Der S&P-500-Future gab 2,2 Zähler auf 1 256 nach, während der Nasdaq-100-Future zwei Punkte auf 1 955 zulegen konnte.

London - Gut behauptet mit Vodafone-Abschlägen

An der Londoner Börse hat der FTSE-100-Index bis zum Mittag nach anfänglichen Verlusten gut behauptet tendiert. Der Index stieg 0,17 % auf 5 881 Punkte. Händlern zufolge trieben dagegen Gerüchte über eine Platzierung von Vodafone-Papieren den Kurs der Aktie nach unten. Das Indexschwergewicht gab 1,53 % auf 225-1/2 Pence nach und zog Technologiewerte mit nach unten. Aktien von ARM verloren mehr als 5 %, Logica lagen 1,56 % im Minus. Dagegen legten die Papiere des Telekomausrüsters Marconi 4,8 % auf 306-1/2 Pence zu.

Zürich - Leichter mit Abschlägen bei Actelion

Die Schweizer Börse tendierte leichter. Der SMI-Index verlor 0,31 % auf 7 263 Zähler. Ein Händler sagte, die Titel des Biotechnologie-Unternehmens Actelion stünden im Mittelpunkt des Interesses. Actelion-Aktien brachen 60,17 % auf 231 sfr ein, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass eine Studie für sein Herzmedikament nicht den gewünschten Erfolg gezeigt habe. Bei den Standardwerten zeigten sich die Banken überwiegend leichter. Die Papiere der CS Group gaben 0,31 %, die von UBS 0,75 % nach. Hingegen stiegen Julius-Bär-Titel um 3,55 % auf 7 870 sfr.

PARIS - Knapp behauptet mit Abschlägen bei STMicro

In Paris präsentierte sich die Börse knapp behauptet, der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen fiel um 0,03 % auf 5 478 Punkte. Titel des Telekomausrüsters Alcatel fielen im Sog der negativ aufgenommenen Ericsson - Quartalszahlen um mehr als vier Prozent auf 35 Euro, erholten sich jedoch im weiteren Verlauf auf 36,24 Euro. Die Papiere des Chipherstellers STMicroelectronics drehten nach anfänglichen Gewinnen ebenfalls ins Minus. Händler sagten, die mauen Quartalszahlen des Unternehmens hätten die Sorgen um den Zustand des weltweiten Halbleitermarkts verstärkt.

MAILAND - Gut behauptet nach Kampf um Montedison

In Mailander stieg der MIB30-Index um 0,08 % auf 40 595 Punkte. Im Mittelpunkt standen die Papiere der Lebensmittel- und Energiegruppe Montedison im Vordergrund. Ein Kampf zwischen Mediobanca und konkurrierenden Investoren um die Kontrolle der Gruppe hatte die Papiere auf Achterbahnfahrt geschickt. Die Zeitung "Il Sole" berichte nun, Mediobanca und seine Partner hätten Kontrolle über rund 50 % der Montedison Montedison-Papiere-Anteile. fielen 3,14 % auf 2,6850 Euro. Mediobanca-Titel gaben ebenfalls nach und notierten bei 11,69 Euro (minus 2,33 %).

MADRID - Leichter mit Zuschlägen bei Banco Popular

Die Börse in Madrid präsentierte sich im europäischen Trend leichter. Der Ibex-Index fiel um 0,31 % auf 9 767 Punkte. Papiere der drittgrößten Bank Spaniens, Banco Popular, profitierten von besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen und legten 2,59 % auf 39,18 Euro zu. Abschläge verzeichneten dagegen Telefonica-Titel, nachdem das Wirtschaftsministerium dem Ex-Monopolisten niedrigere Telefontarife im Austausch für eine höhere Grundgebühr vorgeschrieben hatte. Telefonica hatte die neue Struktur begrüßt, jedoch als nicht weitgehend genug bezeichnet. Die Telefonica-Aktien verloren 0,6 % auf 19,98 Euro.

AMSTERDAM - Leichter mit Abschlägen bei UPC

An der Amsterdamer Börse sind die Kurse gefallen. Der AEX-Index gab um 0,27 % auf 577 Punkte nach. "Die Zuwächse an den US-Börsen sind von den Technologie-Papieren verursacht worden", sagte ein Händler. "Diese haben in den USA viel Gewicht, aber nicht in den Niederlanden oder Europa." Ein Händler sagte, die Aktien seien wegen der schlechten Prognosen des Mobilfunkkonzerns Ericsson unter Druck. Die Titel des Kabelnetzbetreibers UPC fielen fast 11 % auf 5,75 Euro, nachdem Moody's Investor's Service die Bewertung von Schuldtiteln der Firma heruntergestuft hatte. UPC kritisierte die Herabstufung und sagte, sein Geschäft liege im Plan.

WIEN - Gut behauptet mit großen Volumen bei TA

Die Wiener Börse präsentierte sich knapp behauptet. Der ATX-Index stieg bei geringen Umsätzen um 0,07 % auf 1 202 Punkte. "Die Europäer glauben nicht wirklich an die Erholung", sagte ein Marktteilnehmer. Am stärksten gehandelt wurden Papiere von Telekom Austria (TA), die unverändert bei 6,36 notierten.

BRÜSSEL - Schwächer mit Verlusten bei Agfa

In Brüssel tendierte der Bel20-Index 0,92 % schwächer bei 2 842 Zählern. Händler sagten, der Markt nehme den negativen Ausblick von Nokia und Ericsson auf und warte die weiteren Schritte der Europäischen Zentralbank bei den Zinssätzen ab. Die Finanzwerte notierten durch die Bank niedriger. Agfa-Gevaert-Titel gaben frühe Gewinne wieder ab, nachdem das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt gegeben hatte, es verhandele mit Schroder Ventures über einen Verkauf seiner Foto-Sparte. Agfa-Papiere notierten mit 0,34 % im Minus bei 20,61 Euro.

STOCKHOLM - Abwärts gezogen von Ericsson

Mit einem fast 14-prozentigen Verlust waren die Ericsson-Papiere fast allein für die Verluste des OMX-Index verantwortlich. Die Papiere verloren 9,50 skr auf 59,50 skr und bescherten dem Index ein Minus von fast 27,49 Punkten. Der OMX-Index tendierte gut 28 Punkte oder 2,98 % leichter bei 895 Zählern. "Wir hatten ein schwaches Ergebnis erwartet, aber nicht so schwach", sagte ein Analyst. "Ericsson ist von der abkühlenden Konjunktur härter getroffen worden als erwartet."

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