Trotz Verlustjahr sechs Millionen Euro Gehalt und Optionen
Glückloser Vodafone-Chef streicht Millionen-Bonus ein

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hält im Gegensatz zur Deutschen Telekom weiter an einem üppigen Aktienoptionsplan bei der Bezahlung seiner Manager fest. Wie aus dem am Mittwoch in London vorgelegten Jahresbericht hervor geht, kassiert Chief Executive Chris Gent neben seinem Gehalt in Höhe von 2,4 Mill. Pfund für das abgelaufene Geschäftjahr einen "Spezialbonus" von rund 1,5 Mill. Pfund.

LONDON. Das entspricht rund 6,2 Mill. Euro für ein Jahr, in dem der Konzern einen Verlust von 13,5 Mrd. Pfund (21,6 Mrd. Euro) ausgewiesen hat - den höchsten in der britischen Firmengeschichte.

Vodafone ist wie viele Konzerne in Amerika und Europa wegen der lukrativen Optionen für die Führungsriege in die Kritik der Investoren geraten - besonders mit Blick auf den anhaltenden Absturz an der Börse. Auch am Mittwoch reagierten Fondsmanager in London mit Unverständnis über die Gent-Bezahlung. Der Vodafone-Kurs sackte um 3 % auf 90 Pence.

Die Optionen für den Chef sind Teil eines Bonuspakets, das der Manager für die erfolgreiche Übernahme von Mannesmann im Jahr 2000 zugesprochen bekommen hatte. Damals war der Bonus - auf Grund des viermal höheren Aktienkurses - insgesamt noch 10 Mill. Pfund wert gewesen und hatte bereits für Schlagzeilen gesorgt. Viele Kleinaktionäre hatten deswegen dem Konzernchef die Gefolgschaft verweigert und auf der letzten Hauptversammlung in London lautstark protestiert.

Der Konzern wies am Mittwoch darauf hin, dass Boni nötig seien, um Top-Manager wie Gent "zu halten und zu motivieren". US-Spitzenkräfte würden im Vergleich das Zehnfache im Jahr verdienen. Vodafone-Chef Gent hatte zudem im Jahr 2000 noch 6,9 Mill. Pfund bekommen, davon waren 5 Mill. Pfund der erste Teil des Mannesmann-Bonus?.

Andere britischen Firmenlenker, deren Konzerne in der Krise stecken, haben mehr Verzicht gezeigt. So wird das Gehalt von British-Airways-Chef Rod Eddington (275 000 Pfund) in diesem Jahr um rund ein Drittel geringer ausfallen.

Um die Kritik zu beruhigen, kündigte Vodafone am Mittwoch einen neuen Kurs bei den Managergehältern an. Danach sollen künftig 80 % leistungsbezogen sein. Ein Firmensprecher erklärte, die neue Struktur für die Managementgehälter sei mit den großen Vodafone-Aktionären abgestimmt worden. Was die Kleinaktionäre darüber denken, wird Gent am 31. Juli erfahren. Dann ist wieder Hauptversammlung.

Quelle: Handelsblatt

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