Trotz Zunahme der Krankheitsfälle soll Vieh wieder transportiert werden können
Großbritannien will Seuchen-Beschränkungen lockern

Reuters LONDON. Großbritannien will die wegen der Maul- und Klauenseuche (MKS) verhängten Beschränkungen für Viehtransporte trotz der Zunahme bestätigter Seuchenfälle lockern. Chef-Veterinär Jim Scudamore kündigte am Freitag an, ab Dienstag dürften Landwirte ihre Tiere wieder von Weide zu Weide und im Umkreis von fünf Kilometern bewegen und transportieren. Die Zahl der bestätigten MKS-Fälle in Großbritannien stieg unterdessen nach amtlichen Angaben um 13 auf mindestens 119. Dänemark verbot am Freitag aus Furcht vor MKS Privatleuten die Einfuhr tierischer Lebensmittel.

Ein Sprecher des britischen Agrarministeriums sagte, die Lockerung des Transportverbots diene dem Wohl der Tiere. Die britischen Landwirte, die die Lockerung gefordert hatten, begrüßten die Ankündigung. Scudamore betonte indes, die verbliebenen Transportbeschränkungen würden weiter strikt überwacht. Der Präsident des britischen Bauernverbandes NFU, Ben Gill, sagte, die Lockerungen ermöglichten es den Landwirten, ihren Tieren eine gute Umgebung zu bieten. Die Tierseuche ist hoch ansteckend und kann auch durch die Luft übertragen werden. Für den Menschen ist MKS Forschern zufolge nicht gefährlich.

13 neue MKS-Fälle stehen im Zusammenhang

Unterdessen teilte die britische Regierung mit, die 13 neuen MKS-Fälle stünden alle miteinander in Zusammenhang. Sie alle könnten zum Infektionsherd in Essex im Südosten Englands zurückverfolgt werden, wo die Seuche vor rund zwei Wochen nach über zwei Jahrzehnten erstmals festgestellt worden war. Seit Ausbruch der Krankheit sind in Großbritannien rund 75 000 Stück Vieh und andere Klauentiere geschlachtet worden, mindestens 18 000 weitere sollten noch getötet werden. Rund 100 britische Betriebe sind mittlerweile von der Seuche betroffen.

Der Amsterdamer Zoo bat britische Touristen unterdessen, den Tierpark vorerst nicht mehr zu besuchen. Der Aufruf gelte auch für alle Personen, die in den vergangenen beiden Wochen die britischen Inseln bereist hätten, sagte Zoo-Kurator Hans van Weerd am Freitag. Den Angestellten des Zoos wurde davon abgeraten, in der nächsten Zeit nach Großbritannien zu reisen.

Export-Verbot aus Großbritannien bleibt bestehen

Wegen der Maul- und Klauenseuche hatte der Veterinärausschuss der Europäischen Union (EU) am Dienstag das Export-Verbot für lebende Tiere aus Großbritannien bis 27. März verlängert. In Deutschland sind zum Schutz vor einem Übergreifen der Seuche seit Ende Februar alle Viehmärkte und-sammelstellen für gefährdete Tierarten wie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine geschlossen. Am Samstag tritt ein landesweites Transportverbot für alle Klauentiere in Kraft, das zunächst bis zum 27. März befristet ist.

Das dänische Fremdenverkehrsamt teilte mit, das Ernährungsministerium habe unter anderem die Einfuhr sämtlicher Fleischwaren und Milchprodukte durch Privatleute untersagt. Reisende sollten diese Nahrungsmittel bis auf weiteres beim Zoll an den Landesgrenzen, den See- oder Flughäfen abliefern. Damit sollten dänische Tiere vor der Infektion mit MKS geschützt werden. Von dem Verbot ausgenommen seien die Färöer Inseln und Grönland.

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