Trotzdem Schlangen vor den Kabinen
Sonne hält Bayern vom Wählen ab

Die bayerischen Wähler scheinen deutlich geringeres Interesse an ihrer Landtagswahl zu haben als in den vergangenen Jahren. Durchschnittlich sechs Prozent weniger gingen bis zum Nachmittag zu den Wahlurnen.

HB MÜNCHEN. Eine Umfrage in größeren Städten des Freistaates ergab, dass die Beteiligung auch drei Stunden Stunden vor Schließung der Wahllokale noch um durchschnittlich fast sechs Prozentpunkte hinter den Zwischenergebnissen von 1998 zurück blieb. Die Wahlleitung in München führte die allgemein schwächere Beteiligung vor allem auf das hochsommerliche Wetter zurück. Der Sprecher verwies aber zugleich auf den generellen Trend vergangener Jahre, den Urnengang erst am späteren Nachmittag anzutreten.

Vor manchen Wahlkabinen bildeten sich dennoch Schlangen, weil die gleichzeitige Abstimmung über einige Verfassungsänderungen die Wähler offensichtlich Mühe kostete. Alle Parteien hatten bis zuletzt zu einer möglichst großen Wahlbeteiligung aufgerufen. Vor fünf Jahren lag sie bei 69,8 Prozent.

Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) gab im heimatlichen Wolfratshausen seine Stimme ab. Als Wahlziel nannte er erneut "50 Prozent plus ein möglichst großes X". Die Bayern-Wahl werde ein "klares Signal" an die SPD in Berlin sein. Sein SPD-Herausforderer Franz Maget ging in seinem Stimmkreis München-Milbertshofen wählen. Er warnte noch einmal vor einer Übermacht der CSU. Das wäre ein Schaden für die Demokratie.

Mehr als neun Millionen Bürger waren aufgerufen, den auf 180 Sitze verkleinerten Landtag zu wählen. Die seit fast vier Jahrzehnten allein regierende CSU will erneut ihre absolute Mehrheit verteidigen. Vor fünf Jahren war sie auf 52,9 Prozent gekommen. Umfragen sagten der CSU einen deutlichen Zugewinn voraus. Die SPD, 1998 bei 28,7 Prozent, muss dagegen mit einem Einbruch rechnen. Die Grünen werden den Prognosen zufolge ihre 5,7 Prozent vom letzten Mal deutlich verbessern, Freie Wähler und FDP haben erneut wenig Aussichten auf einen Sprung in den Landtag.

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