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True Sale Initiative Verbriefungsinfrastruktur gebilligt

Die Vorstände der dreizehn TSI-Banken (Bayerische Landesbank, Citigroup Deutschland, Commerzbank, ...

Die Vorstände der dreizehn TSI-Banken (Bayerische Landesbank, Citigroup Deutschland, Commerzbank, DekaBank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, DZ Bank, Eurohypo, HSH Nordbank, Helaba, HVB Group, KfW Bankengruppe und WestLB) haben am 30. 4. 2004 die Gründungsdokumente für die True Sale International GmbH unterzeichnet und die TSI-Verbriefungsinfrastruktur beschlossen. Die notariell durchzuführende formale Gründung der Gesellschaft wird am 6. 5. 2004 stattfinden.
Die TSI-Verbriefungsinfrastruktur haben die KfW Bankengruppe, Genossenschaftsbanken, Geschäftsbanken und Sparkassen-Finanzgruppe gemeinsam entwickelt. Sie kann von allen interessierten Banken genutzt werden und wird dazu beitragen, dass True-Sale-Verbriefungen aus Deutschland heraus deutlich zunehmen werden. Aus Investorensicht wird ein neues Anlagesegment entstehen, wobei ABS-Papiere aus deutschen True Sale-Verbriefungen standardisiert und liquide handelbar werden sollen.
Die Verbriefungsplattform wird aus drei gemeinnützigen Stiftungen (Sitz in Frankfurt am Main) und Verbriefungszweckgesellschaften ("deutsches SPV", Special Purpose Vehicle) bestehen, die jeweils für eine einzelne Transaktion errichtet werden. Die Stiftungen nehmen jeweils die Rolle der Gesellschafter der Verbriefungs-Zweckgesellschaften ein, die die ABS-Wertpapiere aus True Sale Verbriefungen emittieren. Dieser in Analogie zu international üblichen Strukturen gewählte Aufbau erlaubt die insolvenzferne Errichtung deutscher SPV - ein aus Sicht der Rating-Agenturen und Investoren zentrales Erfordernis.
Die neutrale Verbriefungsplattform wird grundsätzlich allen Marktteilnehmern zur Verfügung stehen und erstmals die Gründung von SPV nach ausschließlich deutschem Recht ermöglichen, ohne dass Kreditinstitute den aufwändigen Umweg über das Ausland einschlagen müssen. Unter dieser Struktur funktioniert eine True Sale-Verbriefung wie folgt:
Für jede True Sale-Verbriefung wird vom jeweiligen Originator ein eigenes insolvenzfernes SPV mit begrenztem Tätigkeitsprofil gegründet, das den üblichen Anforderungen der Ratingagenturen entspricht.
Diese SPVs werden in der Rechtsform einer GmbH entstehen und den drei Stiftungen zugestiftet, d.h. die Stiftungen werden je gleich hohe Anteile an diesen Gesellschaften halten und somit zur Insolvenzferne der SPV beitragen.
Das SPV kauft das zu verbriefende Kredit-Portfolio von einer Bank an, wandelt es in handelbare, durch Kreditforderungen besicherte Wertpapiere (ABS = Asset Backed Securities) um und verkauft diese an Investoren auf dem Kapitalmarkt.
Die über das Stiftungsmodell geschaffene Verbriefungsplattform kann von allen Portfoliolieferanten - unabhängig ob Beteiligter der True Sale Initiative oder nicht - genutzt werden.
Die Stiftungen verfolgen den gemeinnützigen Zweck, die wissenschaftliche Forschung zum Finanz- und Kapitalmarkt für den Finanzstandort Deutschland zu fördern. Als eine der Begünstigten der Stiftungen steht heute das "Department of Finance" an der European Business School International University Oestrich-Winkel bereits fest.
Die True Sale International GmbH (TSI GmbH) ist als Gemeinschaftsinstitut das zweite wesentliche Element der heute beschlossenen Verbriefungsinfrastruktur.
Die TSI GmbH soll insbesondere die Standardisierung für den deutschen ABS-Markt weiter voran bringen. Die TSI GmbH wird in diesem Sinne insbesondere die Qualitätsmerkmale festlegen, die von ABS-Transaktionen erfüllt werden müssen, um unter dem Markennamen "TSI" am Markt auftreten zu dürfen. Der Erwerb des Qualitätssiegels setzt unter anderem ein standardisiertes Reporting des Originators voraus; dies ist ein zentrales Erfordernis aus Sicht der Investoren, die damit einen zeitnahen Einblick in die Transaktion und deren Performance erhalten sollen. Darüber hinaus werden Festlegungen bezüglich der Mindest-Emissionshöhe, des Market-Making sowie die EZB-Fähigkeit von emittierten ABS-Papieren zu einer Verbesserung der Sekundärmarktliquidität und damit auch zu einer Steigerung der Akzeptanz der ABS-Papiere führen. Damit wird der schrittweise Ausbau zu einem breiten True Sale Markt ermöglicht.
Schließlich soll die TSI-GmbH auch ein Forum sein, das mit dem versammelten Sachverstand der wichtigsten Marktteilnehmer die Rahmenbedingungen für ABS in Deutschland analysiert, kommentiert und Empfehlungen für dessen Weiterentwicklung erarbeitet.
Mit der Errichtung der Verbriefungsplattform ist im Juni zu rechnen. Ab dann wäre die Emissionsfähigkeit über die Plattform sichergestellt und der deutsche Kapitalmarkt um ein wichtiges Instrument reicher.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 05.05.2004

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