Trübe Aussichten
Industrie befürchtet erstmals seit langem Exportrückgang

Die deutsche Industrie befürchtet dem Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) zufolge erstmals seit eineinhalb Jahren Einbußen beim Export.

Reuters MÜNCHEN. In der April-Umfrage zum Ifo-Geschäftsklimaindex hätten vor allem Investitionsgüterproduzenten angesichts einer zunehmenden Nachfrageschwäche sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Geschäftssausichten als verschlechtert eingestuft, erklärte das Ifo-Institut in seiner Detailauswertung der am 28. April veröffentlichten Erhebung. Insgesamt war der an den Finanzmärkten viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex auf 86,6 von 88,1 Zähler im März gefallen und hatte damit weit unter die Erwartungen von Analysten gelegen.

Die Investitionsgüterproduzenten rechneten auch mit einer weiteren Eintrübung ihres Auslandsgeschäftes, hieß es im Ifo-Konjunkturtest weiter. Die Auftragsbestände galten bei über der Hälfte der Betriebe als unzureichend, der Lagerdruck nahm zu. Im Vorproduktbereich verschlechterte sich die Geschäftslage nur wenig. Die Aussichten trübten sich aber deutlich ein, nachdem nun auch mit Einbußen im Auslandsgeschäft gerechnet wurde. Die Geschäftslage in der chemischen Industrie galt dem Ifo zufolge dabei aber nahezu unverändert als gut. Allerdings hätten die Firmen weiter über zu niedrige Auftragsreserven geklagt und sähen nun die Auslandsnachfrage schwinden. Im Verbrauchsgüterbereich wurde die Geschäftslage nach Ifo-Angaben etwa ebenso ungünstig eingeschätzt wie im Vormonat, während sich die Erwartungen für die kommenden Monate abermals kräftig verschlechterten. Gebrauchsgüterhersteller bewerteten ihre Geschäftslage etwas günstiger als im März, schätzten ihre Auftragsbestände aber deutlich schlechter ein als im Vormonat.

Im westdeutschen Bauhauptgewerbe beurteilten die vom Ifo-Institut befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage ebenso ungünstig wie im März, die Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr trübten sich weiter ein. Vor allem im Tiefbau habe sich das Geschäftsklima stark verschlechtert, was ausschließlich auf eine skeptischere Einstellung der Unternehmen gegenüber der künftigen Entwicklung zurückzuführen sei. Auch in allen anderen Bereichen kühlte sich das Geschäftsklima dem Ifo-Institut zufolge ab. Eine Ausnahme sei nur der Großhandel mit einer leichten Stimmungsverbesserung gewesen.

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