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Trübe Aussichten

Die Futures deuten auf einen grauen Handelstag. Je weiter wir uns der Eröffnungsglocke nähern, desto finsterer wird Bild bei den Futures. Nicht, dass es nur die unerfreulichen Geschäftsdaten bei IBM gewesen wären, die die Stimmung auf dem Computersektor trüben. Es sind am Morgen auch Wirtschaftsdaten, die den Anlegern zusätzlich Sorgen bereiten.

Der Nasdaq Future rutscht bis zu 83 Punkte ins negative Terrain. Der S&P 500 Future, das Börsenbarometer der 500 nach Marktkapitalisierung größten US-Unternehmen, verliert sogar 200 Punkte.



Die vorbörslich veröffentlichten Wirtschaftsdaten deuten auf eine mögliche Inflation. Der Verbraucherpreisindex fiel höher aus als erwartet . Statt des prognositierten Anstiegs von 0,4 Prozent kletterten die Preise für Konsumgüter und Dienstleistungen im September um 0,5 Prozent in die Höhe. Auch die um die Preise des eher volatilen Lebensmittel- und Energiebereichs bereinigte Kernrate legte statt um die erwarteten 0,2 Prozent um 0,3 Prozent zu. Die Entwicklung des Inflationsindikators freut Anleger und Investoren am Morgen verständlicherweise nicht.



Andere unerfreuliche Daten gab es bereits Mittwoch nach Handelsschluss. IBM meldete zwar einen Gewinn, der im Rahmen der Erwartungen lag, doch der Computerkonzern enttäuschte sowohl mit seinem Umsatzwachstum als auch mit den Zukunftsaussichten. Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie rund elf Prozent.



Big Blue konnte im abgelaufenen Quartal mit 1,08 Dollar pro Aktie zwar die Erwartungen des Marktes einhalten. Im Berichtszeitraum wurden jedoch 1,4 Milliarden Dollar in Aktien zurückgekauft. Durch diesen Vorgang konnte man den Ertrag pro Aktie einhalten. Zudem lag der Umsatz mit 21,78 Milliarden Dollar rund 600 Millionen Dollar unter den Schätzungen des Marktes. Neben dem schwachen Euro wurde der Geschäftsverlauf durch eine unerwartete Abkühlung der Softwaresparte und geringeres Wachstum im Service-Bereich gebremst. Auch, wenn der PC-Bereich das erste Mal seit drei Quartalen schwarze Zahlen schreiben konnte, hält sich der Jubel über die Ergebnisse in Grenzen. IBM tendiert nach den Verlusten auf den Weltmärkten im vorbörslichen New Yorker Handel rund sieben Dollar schwächer.



Einen kleinen Investoren-Trost gibt dagegen von Intel. Der weltgrößte Chiphersteller konnte im dritten Quartal einen Gewinn von 41 Cents pro Aktie erwirtschaften. Damit wurden die Konsensschätzungen um drei Cents geschlagen. Der Chipproduzent erwartet im laufenden Quartal ein Umsatzwachstum von vier bis acht Prozent. Intels positiver Ausblick für das vierte Quartal stellt den gesamten Chipsektor wieder in besseres Licht. Die Unsicherheit über die Ertragsaussichten scheint verflogen. Die Werte dürften heute von der guten Nachricht profitieren.



Fords

Gewinn ist im dritten Quartal 16 Prozent geringer ausgefallen als im Vorjahr. Damit erzielt der zweitgrößte Autohändler 994 Millionen Dollar oder 50 Cents pro Aktie und konnte die Konsensschätzungen exakt erfüllen. In den vergangenen vier Quartalen waren die Erwartungen jedoch regelmäßig übertroffen worden. Wie das Management mitteilt, wären ohne die Firestone Reifenprobleme und die damit verbundene Rückrufaktion erneut die Erwartungen geschlagen worden.



Überzeugen können i2 Technologies, Xilinx, J.P. Morgan, EMC. Diese Unternehmen haben mit ihren Quartalszahlen die Analystenschätzungen übertroffen und blicken heute auf einen guten Handelstag.



i2 Technologies hat die Konsensschätzungen im dritten Quartal übertroffen. Um übernahmebedingte Kosten bereinigt hat der Hersteller von B2B-Software einen Gewinn in Höhe von 28,8 Millionen Dollar oder zwölf Cents pro Aktie erzielt.



Xilinx

, ein Hersteller von programmierbaren Chips und Markführer in seinem Segment, verdoppelte seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr. Xilinx und sein größter Konkurrent Altera kontrollieren 70 Prozent des Marktes für programmierbare Chips. Vergangene Woche waren beide Aktien unter Druck geraten, nachdem Analysten vor schwächeren Wachtumsaussichten gewarnt hatten.



Die Investmentbank J.P. Morgan meldet einen Gewinn in Höhe von 514 Millionen Dollar oder 2,77 Dollar pro Aktie. Damit wurden die Erwartungen im dritten Quartal um 14 Cents pro Aktie übertroffen. Vergangenen Monat hatte J.P. Morgan der Übernahme durch die Chase Manhattan zugestimmt.



Der Hersteller von Speichersystemen EMC hat den Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent verbessert. Damit wurde im dritten Quartal ein Gewinn in Höhe von 458,2 Millionen Dollar oder 20 Cents pro Aktie erzielt.



Und die Ertragssaison geht weiter. Heute erwartet der Markt Zahlen AOL, Apple, Boeing, Broadcom, Chase Manhattan und Microsoft.



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