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Trübe Stimmung an den US-Finanzmärkten

Nicht nur Gewinnwarnungen, sondern auch unerfreuliche Wirtschaftsdaten belasten die Märkte. Der Dow Jones verliert im frühen Handel rund ein Prozent der Punkte. Den Nasdaq Index trifft es stärker. Das Börsenbarometer verliert rund 2,5 Prozent. Vor allem Finanz- und Einzelhandelswerte verlieren an Wert.

Die Arbeitsmarktzahlen trüben die Stimmung am Aktienmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im September auf 3,9 Prozent gefallen. Damit notiert die Quote auf dem tiefsten Stand seit 30 Jahren. Erwartet hatten Analysten und Investoren eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Kein gutes Zeichen für den Aktienmarkt. Geringe Arbeitslosenzahlen deuten auf steigende Lohnkosten. Inflationsängste werden geschürt. Alan Greenspan wird eingreifen, sobald sich die ersten Anzeichen verhärten, dass die US-Konjunktur nicht auf dem Weg der Abkühlung, sondern wieder auf der Überholspur ist. Auch eine Analyse von Morgan Stanley hebt die Stimmung nicht. Zwar kühle die US-Konjunktur sich zwar merklich ab, so die Aussage. Doch würden hohe Energie- und Rohstoffkosten und ein starker Dollar das Umsatzwachstum voraussichtlich schmälern. Steigende Lohnkosten werden die Gewinnspannen verringern, so die Analysten. Doch die anstehende Ertragssaison verspricht spannend zu werden. Einige positive Überraschungen wird es mit Sicherheit geben. Die Finanztitel und Einzelhandelswerte leiden unter den für den Aktienmarkt unerfreulichen Wirtschaftsdaten. Ängste vor einer möglichen Inflation schaden den Sektoren. Allen voran führt J. P. Morgen die Liste der Dow Jones Verlierer an. Kursverluste von Home Depot belasten den Index ebenfalls. Schuld sind unter anderem auch Gewinnwarnungen bei Lowe, die den Einzelhandelssektor unter Druck setzten. Auch Schwergewicht AT&T enttäuscht mit seiner Performance und kostet den Dow Punkte. Schuld ist ein negativer Kommentar von Salomon Smith Barney. Die Analysten reduzieren die Einstufung für den Telekommunikationskonzern von "kaufen" auf "Outperformer". Die Geschäfte liefen schleppend, lautet die Aussage der Experten. Ihrer Voraussicht nach werde diese Entwicklung noch bis ins kommende Jahr andauern. Dem Wert tut es nicht gut. Die Aktie verliert über fünf Prozent. Warnschüsse von Razorfish und Marimba veranlassen Anleger sich von ihren Aktien zu trennen. Auch hier herrscht getrübte Stimmung. Razorfish muss nach einer Gewinnwarnung herbe Verluste einstecken. Die Internet-Designfirma wird die Umsatzerwartungen für das dritte Quartal verfehlen und verliert daraufhin rund 43 Prozent des Wertes. Das Europa-Geschäft sei schlechter ausgefallen als erwartet. Das Razorfish-Management schätzt daher nur einen Gewinn von vier Cents pro Aktie. Analysten hatten mit dem Doppelten gerechnet. Überdies wird Razorfish wohl nur 77 bis 78 Millionen Dollar Umsatz einfahren. Die Warnung ist nicht die erste dieser Art. Im vergangenen Monat brachte bereits Viant mit einer Gewinnwarnung die Branche und die Kurse ins Straucheln. Der Software-Anbieter Marimba verliert mehr als die Hälfte des Börsenwertes. Das Unternehmen rechnet für das anstehende Quartalsergebnis mit einem Verlust von 13 bis 17 Cents pro Aktie. Die Konsensschätzungen von vier Cents Gewinn würden somit deutlich verfehlt. Einige Geschäftsvereinbarungen seien nicht rechtzeitig abgeschlossen worden, so die Begründung des Managements. Marimba hofft jetzt auf das vierte Quartal in dem ein Teil der Vereinbarungen abgeschlossen werden sollen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 76 Prozent verloren. Goldman Sachs hegt heute Morgen eine Vorliebe für Speicherlösungen und Server. Analystin Laura Conigliaro empfiehlt IBM und Sun Micro. Zwar hätten die Alarmglocken wegen des schwachen Euro, der steigenden Ölpreise und einer Abkühlung der US-Wirtschaft geläutet. Das dritte Quartal sei jedoch ohnehin keine gute Zeit für Technologieaktien. Zuversicht besteht vor allem hinsichtlich der Unternehmen Brocade, EMC, Network Appliance und Sun Micro.

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