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Trübe Stimmung zum Wochenschluss.

Zahlreiche Gewinnwarnungen warfen ihre Schatten auf das Handelsgeschehen der vergangenen Woche. Am Freitag schlugen zusätzlich unerfreuliche Wirtschaftsdaten auf die Stimmung der Börsianer.

Der Dow Jones verabschiedete sich mit einem Kursverlust von 1,2 Prozent der Nasdaq Index sogar mit Verlusten von 3,2 Prozent aus dem Handel. Damit sind die Indizes im Wochenvergleich seit fünf Wochen in Folge gefallen, der Nasdaq über neun Prozent, der Dow Jones über ein Prozent. Das gab es zuletzt im April 1997.



Die Arbeitsmarktzahlen trübten die Stimmung am Freitag am Aktienmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen fiel im September auf 3,9 Prozent. Damit notiert die Quote auf dem tiefsten Stand seit 30 Jahren. Erwartet hatten Analysten und Investoren eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Kein gutes Zeichen für den Aktienmarkt. Geringe Arbeitslosenzahlen deuten auf steigende Lohnkosten. Inflationsängste werden geschürt. Alan Greenspan wird eingreifen, sobald sich die ersten Anzeichen verhärten, dass die US-Konjunktur nicht auf dem Weg der Abkühlung, sondern wieder auf der Überholspur ist. Einziger Lichtblick. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im September weniger stark als die Analysten erwartet hatten.



Auch eine Analyse von Morgan Stanley drückt auf die Stimmung. Die US-Konjunktur kühle merklich ab, so die Aussage. Doch das werde auch das Umsatzwachstum vieler Unternehmen schmälern. Ebenso reduzierten hohe Energie- und Rohstoffkosten und ein starker Dollar voraussichtlich das Umsatzwachstum. Steigende Lohnkosten werden die Gewinnspannen verringern, so die Analysten. Doch die anstehende Ertragssaison verspricht spannend zu werden. Einige positive Überraschungen wird es mit Sicherheit geben.



Vor allem die Finanztitel und Einzelhandelswerte litten unter den für den Aktienmarkt unerfreulichen Wirtschaftsdaten. Ängste vor einer möglichen Inflation schaden den Sektoren. Allen voran führte J. P. Morgen die Liste der Dow Jones Verlierer an.



Kursverluste von Home Depot belasteten den Index ebenfalls. Schuld sind unter anderem auch Gewinnwarnungen bei Lowe, die den Einzelhandelssektor unter Druck setzten.



Auch Schwergewicht AT&T enttäuschte mit seiner Performance und kostete den Dow Punkte. Schuld ist ein negativer Kommentar von Salomon Smith Barney. Die Analysten reduzierten die Einstufung für den Telekommunikationskonzern von "kaufen" auf "Outperformer". Das Kursziel liegt nun statt bei 65 Dollar bei 37 Dollar. Die Fundamentaldaten seien nach wie vor unsicher und die weitere Entwicklung des Unternehmens schlecht vorhersehbar. Insbesondere das Ferngesprächgeschäft macht den Analysten Sorgen.



Yahoo

geriet am Freitag erneut unter Druck. Zweideutige Kritik von Henry Blodget, Star-Internet-Analyst bei Merrill Lynch, zog den Wert zum Wochenschluss auf sein 52- Wochentief. Das Internetportal werde am kommenden Dienstag zwar gute Zahlen für das dritte Quartal präsentieren. Auf den zweiten Blick fiele jedoch auf, dass sie sich als weniger robust erweisen. Blodget hält einen leichten Aufwärtstrend für möglich, relativiert die Aussage jedoch mit dem Zusatz, er habe die Zukunft des Unternehmens schon einmal optimistischer bewertet. Außer Yahoo verlor auch Priceline an Wert, die von Credit Suisse abgestuft wurden. Amazon litt unter negativen Kommentaren von Brokerhaus Montgometry. Die Experten hatten den Titel von "halten" auf "verkaufen" abgestuft.



Warnschüsse von Razorfish und Marimba veranlassten Anleger auch hier sich von ihren Aktien zu trennen. Razorfish musste nach einer Gewinnwarnung herbe Verluste einstecken. Der Grund: Das Europa-Geschäft sei schlechter ausgefallen als erwartet. Razorfish verlor daraufhin rund 43 Prozent des Wertes. Das Razorfish-Management schätzt daher nur einen Gewinn von vier Cents pro Aktie. Analysten hatten mit dem Doppelten gerechnet.



Der Software-Anbieter Marimba verlor mehr als die Hälfte des Börsenwertes. Das Unternehmen rechnet für das anstehende Quartalsergebnis mit einem Verlust von 13 bis 17 Cents pro Aktie. Die Konsensschätzungen von vier Cents Gewinn würden somit deutlich verfehlt. Einige Geschäftsvereinbarungen seien nicht rechtzeitig abgeschlossen worden, so die Begründung des Managements. Marimba hofft jetzt auf das vierte Quartal in dem ein Teil der Vereinbarungen abgeschlossen werden sollen. Die Aktie verlor seit Jahresbeginn rund 76 Prozent.

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