Trüber Ausblick: Der Trend geht abwärts
Analysten erwarten weitere Dax-Verluste

Beim Dax sind in den kommenden Wochen weitere Kursverluste zu erwarten. Davon sind zumindest technischen Analysten überzeugt. In seltener Einigkeit rechnen alle damit, dass steigende Kurse noch auf sich warten lassen.

vwd FRANKFURT/M. Allerdings gehen die Meinung über das Ausmaß der Abwärtsbewegung auseinander. Während Klaus Tafferner von Concord Effekten mit einem Rückgang bis auf 4 354 Zähler rechnet, erwartet Ludwig Gutmann von der Bayerischen Landesbank Stände zwischen 4 500 und 4 600 Punkten. Die technischen Analysten der Deutschen Bank sehen dagegen bereits bei 4 730 Punkten die nächste wichtige Unterstützung.

Für Klaus Tafferner setzt der Dax weiter den erwarteten Abwärtstrend fort. Die Frage sei jetzt allerdings, ob der Index dabei lediglich die Tiefs noch einmal testet, oder ob es deutlich weiter nach unten gehe. Ein Rückschlag bis auf die Tiefs bedeute dabei eine 50- bis 60-prozentige Korrektur auf den Anstieg seit September 2001, also bis auf 4 354 Zähler. Dennoch seien auch deutlich tiefere Kurse nicht auszuschließen, sagt Tafferner. Vor allem das On-Balance-Volume im Dax-Future begründe diese Bedenken.

Dieses liege derzeit noch unter dem Stand von vergangenem September, was auch im Dax Kurse unter dem Septembertief wahrscheinlich werden ließe. Da der Indikator immer ein Vorläufer für den Dax darstelle, dürften in dem Index in den kommenden Wochen somit weiter sinkende Kurse zu erwarten sein, heißt es. Dennoch gibt es laut Tafferner auch Anzeichen dafür, dass nicht das "schlimmste Szenario" eintritt. Immerhin sprächen Saisonalität und Marktbreite gegen eine extreme Abwärtsbewegung.

Auch die Charttechnik bei den Dax-Schwergewichten Allianz und Münchener Rück lasse Hoffnung aufkommen. Diese beiden Werte seien in ihrer Korrekturbewegung relativ weit fortgeschritten, so Tafferner. Daher sollte deren begrenztes Abwärtspotenzial den Dax etwas stützen.

Engagements mit Stopp-Kursen absichern

Der übergeordnete Trend an den meisten Aktienbörsen ist nach Ansicht von Ludwig Gutmann nach wie vor abwärts gerichtet. Die Gefahr sei daher groß, dass die am 21. September 2001 begonnene Bärenmarkt-Rally in diesem Jahr zu Ende gegangen sei. Daher sollten Anleger keinesfalls darauf verzichten, die Engagements mit Stopp-Kursen zu schützen. Aber auch kurzfristig gebe es beim Dax keine Erholungstendenz.

Gleich zwei Schulter-Kopf-Schulter-Formationen machten dem Dax zu schaffen. Daraus ergebe sich ein Mindestkursziel nach unten bis auf das Niveau um 4 500/4 600 Punkten. Zuletzt ist der Dax den weiteren Angaben zufolge an der Nackenlinie dieser Formation bei knapp unter 5 000 Zählern gescheitert. Solange dieser Widerstand nicht überwunden werde, hätten daher die Bären weiter das Sagen.

Im Tagestief von Montag rutschte der Dax bis auf 4 840 Punkte ab, bevor er sich über den Tag hinweg wieder erholte, um dann nahe seines Eröffnungskurses zu schließen. Hervorzuheben seien derzeit somit zwei charttechnisch interessante Fakten: Erstens habe der Dax damit die Unterstützung im Bereich um 4 834 Zählern bestätigt, zweitens sei im Tagesmuster eine sogenannte Doji-Formation markiert worden, so die Analysten der Deutschen Bank.

Neue Konsolidierungsphase möglich

Diese Entwicklung sei unter folgendem Gesichtspunkt recht interessant: Bereits in den Vortagen habe sich im Kursverlauf des Dax herauskristallisiert, dass sich die Bewegungsdynamik wieder abschwäche, sich der Anstiegswinkel der Dax-Kurve abzuflachen beginne und der Dax derzeit weder auf der Oberseite noch auf der Unterseite nennenswert an Kraft hinzugewinne. Die Wahrscheinlichkeit steige daher an, dass sich hier möglicherweise eine neue, dynamikabbauende Konsolidierungsphase anzuschließen scheine.

Auf der Oberseite dürfte der Bereich um 4 974/4 992 Zähler als potenzielles Widerstandsband und, damit verbunden, als wahrscheinliche obere Begrenzung einer Konsolidierungszone definiert werden. Auf der Unterseite orientieren sich die Analysten, in Ermangelung klarerer potenzieller Wendepunkte, an zwei bisher unbestätigten Unterstützungen: Der Marken bei 4 834 und bei 4 730 Punkten, dem bisherigen Bewegungstief des laufenden, übergeordneten Abwärtstrends.

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