Trüber Ausblick
SEB enttäuscht die Analysten

Die schwedische Geschäftsbank SEB hat im dritten Quartal ihren Betriebsgewinn weniger stark gesteigert als von Analysten erwartet. Mit Blick auf die künftige Geschäftsentwicklung warnte das Institut, noch sei keine Aufhellung der Konjunktur in Sicht.

Reuters STOCKHOLM. Die Bank, zu der auch die ehemalige BfG Bank in Deutschland gehört, wies am Mittwoch einen Zuwachs des operativen Gewinns auf 1,55 Milliarden Schwedische Kronen (rund 170 Millionen Euro) von 1,46 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum aus. Analysten hatten im Schnitt 1,62 Milliarden Kronen prognostiziert. "Die Marktverhältnisse haben sich im dritten Quartal weiter verschlechtert", begründete SEB-Chef Lars Thunell das Ergebnis. Die Aktienmärkte seien um 20 bis 30 Prozent eingebrochen und die schwedische Krone habe an Wert verloren.

Das Institut ist stärker als seine skandinavischen Konkurrenten auf das Investment-Banking und weniger auf das Privatkundengeschäft konzentriert. "Es gibt keine Anzeichen für eine Erholung der Weltwirtschaft. Im Gegenteil: Die Risiken für einen anhaltenden oder verschärften Abschwung sind gestiegen", sagte Thunell. In Schweden sorge zumindest der private Konsum noch für Lichtblicke. "Doch die deutsche Wirtschaft ist schwach, und es sind keine Anzeichen einer Verbesserung in Sicht."

Eine weitere Konjunktureintrübung in den Ländern, in denen die SEB vertreten sei, werde sich negativ auf das Kreditportfolio der Bank auswirken, erklärte Thunell weiter. Im dritten Quartal fielen die Kreditverluste der SEB mit 181 Millionen Kronen indes unerwartet niedrig aus. Analysten hatten im Schnitt Ausfälle von 247 Millionen Kronen vorausgesagt. In den ersten neun Monaten machten die Ausfälle nach Angaben des Instituts 0,11 Prozent der gesamten Kreditvergabe des Konzerns aus.

Die Kosten senkte SEB in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um neun Prozent. Das Institut hatte angekündigt, seine Aufwendungen bis 2003 insgesamt um drei Milliarden Kronen reduzieren zu wollen. Angesichts der trüben Konjunkturaussichten werde die Bank ihre Bemühungen zur weiteren Kostensenkung und verschärften Risikokontrolle vorantreiben, sagte Thunell. SEB-Aktien verloren an der Stockholmer Börse in einem leichter tendierenden Gesamtmarkt 4,5 Kronen auf 79 Kronen. Seit Jahresbeginn haben die Titel rund 14 Prozent an Wert verloren, während der europäische Bankenindex in diesem Zeitraum etwa 20 Prozent nachgegeben hat.

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