Trüber Umsatzausblick
BA-Gewinn übertrifft Erwartungen

Europas größte Fluggesellschaft British Airways (BA) hat ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt, obgleich sie im ersten Geschäftsquartal dank Kostensenkungen einen überraschend hohen operativen Gewinn erzielen konnte.

Reuters LONDON. "Der Reisemarkt ist weiter von einer beachtlichen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit betroffen und wird wohl bis zum Jahresende schwach bleiben", erklärte BA-Chairman Colin Marshall am Freitag. Analysten zeigten sich mit dem Quartalsergebnis überwiegend zufrieden, äußerten sich aber enttäuscht über die Prognoserücknahme. Der Aktienkurs fiel im Zuge des trüben Ausblicks deutlich.

Nachdem das Unternehmen zuletzt noch von unveränderten Einnahmen zum Vorjahr ausgegangen war, rechnet die BA nunmehr damit, dass der Umsatz des Geschäftsjahres 2002/03 wegen der anhaltenden Konjunkturflaute voraussichtlich niedriger ausfallen wird. "Verbesserungen der operativen Ergebnisse werden daher hauptsächlich mit Kostensenkungen erzielt", teilte Chairman Marshall weiter mit.

Der operative Gewinn des abgelaufenen Quartals sei auf 158 Millionen Pfund (rund 249 Millionen Euro) gestiegen von 50 Millionen Pfund im Vorjahresquartal. Analysten hatten vier bis 100 Millionen Pfund prognostiziert. Der Umsatz fiel wegen eines geringeren Flugangebots um 10,7 Prozent auf 2,052 Milliarden Pfund. Die Nettoschulden fielen um 428 Millionen Pfund auf 5,866 Milliarden Pfund.

Die BA verzeichnet den Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal Einbußen in ihrem ehemals lukrativen Nordamerika-Geschäft, da Geschäftskunden ihre Reisekosten niedrig hielten. In Europa stellten die Angebote von Billig-Fluglinien wie Ryanair oder EasyJet eine wachsende Konkurrenz dar.

Analysten: Zahlen sind ausgezeichnet

Analysten bezeichneten das BA-Ergebnis als hervorragend. "Der einzige Dämpfer war der Ausblick", sagte Andrew Light von Schroder Salomon Smith Barney. Die Zahlen seien absolut ausgezeichnet, was Kostensenkung und die Reduzierung der Nettoschulden angehe. Mittels konsequenter Kostensenkungen wie zum Beispiel dem Abbau von 13 500 Stellen und der Streichung unrentabler Flugrouten will British Airways jährlich 450 Millionen Pfund einsparen.

Bei der BA waren wie bei der internationalen Konkurrenz nach den Anschlägen vom 11. September Buchungseingänge und Ergebnisse eingebrochen. Im vergangenen Geschäftsjahr (zum 31. März) hatte BA erstmals seit ihrer Privatisierung einen Verlust ausgewiesen. Seit Jahresbeginn mehren sich jedoch die Zeichen für eine allmähliche Erholung der Branche von ihrer bislang schwersten Krise. So hatte auch die Lufthansa im ersten Quartals die Märkte mit einem operativen Gewinn überrascht.

BA-Aktien fielen am Freitag an der Londoner Börse in einem kaum veränderten Marktumfeld zeitweise fast zwölf Prozent auf Kurse um 132,53 Pence, erholten sich dann aber wieder auf ein Minus von 7,0 Prozent. Lufthansa-Titel verloren in Frankfurt in einem leichten Umfeld knapp 1,8 Prozent.

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