Truppen verstärkt
Eritrea meldet neue äthiopische Großoffensive

Äthiopien hat nach eritreischen Angaben eine Großoffensive nahe der Hafenstadt Assab im Süden Eritreas begonnen.

Reuters ASMARA. Der Angriff an der gesamten Frontlinie im Süden habe am Vorabend begonnen, erklärte das Außenministerium in Asmara am Freitag. Der Offensive seien kleinere Angriffe und heftiger Artilleriebeschuss vorangegangen. Den Angaben zufolge hat Äthiopien seine Truppen an der Front drastisch verstärkt und insgesamt rund 20 000 Mann dort konzentriert.

Äthiopien hat seit dem 12. Mai in einer groß angelegten Luft- und Bodenoffensive bereits Gebiete im Westen Eritreas erobert. Der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) ist es bislang nicht gelungen, eine Waffenruhe auszuhandeln.

Äthiopien hatte den Krieg schon für beendet erklärt. Alle von Eritrea besetzten Gebiete seien zurückerobert worden, erklärte die Regierung in Addis Abeba. Die aus West-Eritrea abgezogenen Truppen wurden aber offenbar nur an andere Frontabschnitte verlegt.

In dem Konflikt zwischen den beiden Entwicklungsländern sollen bisher mehr als 100 000 Soldaten umgekommen sein. Nach UNO-Schätzungen sind rund 750 000 Eritreer auf der Flucht. Der seit Mai 1998 schwelende Konflikt zwischen Äthiopien und Eritrea war Mitte Mai nach dem Scheitern der von der OAU vermittelten Friedensgespräche wieder aufgeflammt. Eritrea, eine ehemalige äthiopische Provinz, erlangte 1993 die Unabhängigkeit. Beide Länder pflegten zunächst enge Beziehungen, später aber kam es zu Spannungen im Streit um Wirtschaftsfragen und Grenzverläufe.

In beiden Ländern herrscht wegen einer anhaltenden Dürre ein großer Mangel an Lebensmitteln. In einigen Gebieten hungern die Menschen. Diese Situation könnte sich nach UNO-Angaben noch verschärfen, da in Eritrea die Bauern wegen des Krieges ihre Felder brach liegen lassen. Derzeit ist dort Pflanzzeit.

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