Truppenstellerkonferenz in Warschau
Nato unterstützt polnische Bitte um Hilfe im Irak

Die Nato hat sich grundsätzlich zur Unterstützung einer polnischen Sicherheitstruppe im Irak bereit erklärt. Der Nato-Rat habe einstimmig beschlossen, Polens Bitte zu prüfen, teilte Generalsekretär George Robertson am Mittwoch in Brüssel mit. Nachdem hochrangige Nato-Generäle bereits bestätigt hatten, dass das Bündnis grundsätzlich logistische Unterstützung leisten könne, galt der Beschluss in Bündniskreisen als politisches Signal, dass die NATO zur Unterstützung bereit ist.

Reuters BRÜSSEL. Kommende Woche könnte nach Einschätzung aus Nato-Kreisen bereits die Entscheidung über den Beginn der konkreten Planungen fallen. Bei der Unterstützung für Polen gehe es nicht um eine Nato-Präsenz im Nachkriegs-Irak, sondern nur um logistische Hilfe vom Hauptquartier Shape in Belgien aus, hieß es in Bündniskreisen. Eine stärkere Nato-Rolle sei ohne ein Uno-Mandat schwer vorstellbar.

Die USA haben Polen als Anerkennung für seine Unterstützung während des Irak-Kriegs die Übernahme der Führungsposition in einer Militärzone im Irak angeboten. Die Truppe soll aus rund 7 000 Soldaten bestehen. Bündniskreisen zufolge ist bislang aber noch unklar, wie Polen diese Soldaten aufbieten will. Deutschland hat die Anfrage nach einer Beteiligung der Bundeswehr zum jetzigen Zeitpunkt bereits abgelehnt. Für Donnerstag und Freitag ist in Warschau eine Truppenstellerkonferenz geplant, auf der Einzelheiten zur Beteiligung anderer Länder erwartet werden.

Die Nato könnte nach polnischer Vorstellung eine ähnliche Rolle wie bei der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) übernehmen, wo die Allianz zunächst logistische Planungsunterstützung für die federführenden Nationen Deutschland und Niederlande geleistet hatte. Nato-Truppen sind nicht in Afghanistan stationiert. In der zweiten Jahreshälfte soll die Nato allerdings die Isaf-Führung übernehmen.

Ein Schutz der türkischen Grenze zum Irak hatte vor Kriegsbeginn Anfang des Jahres noch zu einer schweren Krise innerhalb der Allianz geführt. Deutschland, Frankreich und Belgien hatten Planungen zum Schutz des Nato-Partners lange abgekehnt, um nicht den Eindruck einer Beteiligung der Nato an der Irak-Krise zu erwecken. Mit dem Ende des Krieges sind die drei schärfsten Kritiker der US-Politik im Irak wieder auf Annäherungskurs zu den USA gegangen.

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