Tscheche Koukal holt Weltmeistertitel
Sommerfeldt meckert nach 50 Kilometern

Beim Favoritensterben über 50 km wurden auch die Hoffnungen von René Sommerfeldt auf die ersehnte Einzelmedaille bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme zerstört. Wie viele der großen Namen blieb auch der Oberwiesenthaler am Samstag im abschließenden WM-Wettbewerb beim Überraschungssieg des Tschechen Martin Koukal im Feld der Geschlagenen und musste sich am Ende mit Rang 23 zufrieden geben.

HB/dpa VAL DI FIEMME. Entsprechend grantig zog der Sachse auch seine Bilanz: "Ich hatte mir für die WM schon etwas mehr vorgenommen. Aber heute ging gar nichts. Die Staffel war mein bester Wettkampf. Jetzt werde ich erst mal zwei Wochen die Beine hoch legen", sagte der Zweite im Gesamtweltcup. Dabei hatte "Sommi" einen Start nach Maß, führte bei Kilometer 15 und lag nach 20 km nur knapp hinter der Spitze. "Ich wollte schnell zu Frode Estil auflaufen. Das hat zwar geklappt, aber es war wohl etwas zu flott. Jedenfalls kam nach 25 km das bei dieser WM schon viel zitierte Vögelchen namens Blaumeise. Da wusste ich, dass es vorbei war", schilderte der WM-Zweite über diese Distanz von Lahti sein Rennen.

Während des Rennens dachte der 28-Jährige oft an jenen Silber-Lauf zurück: "Da kam ja in Form von Mühlegg der D-Zug von hinten und ich habe mich drangehängt. Heute aber kam niemand, ich musste das Tempo allein machen." Zwar wechselte er sich in der Führung einer Dreier- Gruppe mit dem Norweger Estil und Tobias Angerer (Vachendorf) ab. Aber die Beine waren bei allen drei zu schwer, um am Ende so ein Tempo zu gehen wie die plötzlich auf die Ränge zwei und drei stürmenden Schweden Anders Södergren und Jörgen Brink. "Mir war schon nach wenigen Metern klar, dass es nicht mein Tag wird. Nach zehn km dachte ich sogar schon mal an aufgeben. Aber dann wollte ich dem "Sommi" helfen, bloß dem ging es heute nicht besser als mir", berichtete Angerer, der 36. wurde.

Sommerfeldt schaut jetzt nun auf die ausstehenden Weltcup-Rennen im Freien Stil in Lahti, Falun und Borlänge: "Dort will ich noch mal angreifen, mal sehen, was noch möglich ist." Bundestrainer Jochen Behle glaubt zwar angesichts der guten Form des schwedischen Weltcup- Spitzenreiters Matthias Fredriksson (4.) nicht mehr so sehr an den Gewinn des Gesamtweltcup. "Doch die Plätze zwei und drei von Sommerfeldt und Axel Teichmann wollen wir schon verteidigen", meinte der Coach.

Mit Blick auf die WM in Oberstdorf in zwei Jahren will der "Goldschmied" eine etwas andere Saisonplanung treffen. "Im nächsten Jahr werden wir Sommerfeldt etwas kürzertreten lassen. Er hat jetzt fast vier Jahre auf höchstem Niveau trainiert, braucht mal eine Pause. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir vor Oberstdorf den einen oder anderen Wettkampf auslassen oder einen Athleten mal aus dem Weltcup nehmen. Dennoch: Selbstvertrauen holt man sich nur in erfolgreich absolvierten Rennen", resümierte Behle.

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