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Tschernomyrdin droht US-Präsidentschaftskandidat Bush mit Verleumdungsklage

dpa MOSKAU. Der frühere russische Ministerpräsident Viktor Tschernomyrdin hat dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten George Bush mit einer Verleumdungsklage gedroht. Bush solle sich für die Korruptionsvorwürfe gegen russische Politiker und ihn persönlich entschuldigen, forderte Tschernomyrdin am Montag in Moskau. "Ihre Worte über mich betrachte ich als eine plumpe Lüge, die meine Ehre verletzt", schrieb Tschernomyrdin in einem Brief an Bush, aus dem die Nachrichtenagentur Itar-Tass zitierte.

Der republikanische Kandidat hatte in der Fernsehdebatte mit seinem Konkurrenten Al Gore von der Demokratischen Partei in der vergangenen Woche erklärt: "Wir gingen nach Russland, wir sagten: 'Hey, hier ist etwas Geld vom Internationalen Währungsfonds!', und es verschwand in den Taschen von Viktor Tschernomyrdin und anderen."

Die angeblich zu nachgiebige Haltung der Regierung von US- Präsident Bill Clinton gegenüber Russland ist eines der außenpolitischen Wahlkampfargumente der Republikaner. Während Tschernomyrdins Zeit als Ministerpräsident Mitte der 90er Jahre sollen nach Vermutungen russischer und Schweizer Ermittler bis zu vier Mrd. $ an Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Russland auf Auslandskonten geparkt worden sein. Der IWF selbst hatte erklärt, es sei kein Geld verschwunden.

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