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TUI-Chef Frenzel startet Abwehrschlacht gegen Übernahme

(dpa-AFX) Hannover - TUI-Chef Michael Frenzel startet den Gegenangriff. Mit aller Macht stemmt sich der Mann an der Spitze des Reiseriesen gegen eine mögliche Übernahme der TUI AG < TUI.ETR > und einen drohenden Abstieg aus der Börsen-Bundesliga DAX < DAX.ETR > . Ein "deutliches Signal in die Märkte" sollten Halbjahreszahlen sein, die Frenzel am Donnerstag vorlegte - eine Woche früher als geplant. Das Rezept: Stärke demonstrieren.

(dpa-AFX) Hannover - TUI-Chef Michael Frenzel startet den Gegenangriff. Mit aller Macht stemmt sich der Mann an der Spitze des Reiseriesen gegen eine mögliche Übernahme der TUI AG < TUI.ETR > und einen drohenden Abstieg aus der Börsen-Bundesliga DAX < DAX.ETR > . Ein "deutliches Signal in die Märkte" sollten Halbjahreszahlen sein, die Frenzel am Donnerstag vorlegte - eine Woche früher als geplant. Das Rezept: Stärke demonstrieren.

Nach einer deutlichen Erholung vor allem im Reise-Geschäft nannte Frenzel erstmals in diesem Jahr eine konkrete Gewinnprognose: So soll das Ergebnis der Touristik im laufenden Jahr nach einem Einbruch 2003 um mindestens 70 Prozent auf 350 Millionen Euro steigen. An der Börse machte die TUI-Aktie daraufhin einen Kurssprung. Doch zugleich musste Frenzel einräumen: eine Übernahme ist noch "nicht vom Tisch".

Seit mehr als einer Woche bereits steht TUI im Rampenlicht der Finanzmärkte. Seit die Investmentbank Morgan Stanley ihr Aktienpaket auf über 10 Prozent verdoppelt hat, kursieren Übernahmegerüchte. TUI habe keine neue Erkenntnisse darüber, was Morgan Stanley mit dem Vorstoß vorhabe, sagte Frenzel. Eine Übernahme könne nicht ausgeschlossen werden, bekräftigte er.

Gegenstrategien

Nach außen hin demonstrierte der TUI-Chef am Donnerstag Kampfeswillen und Gelassenheit. TUI wolle die weitere Entwicklung abwarten, werde sich aber mit Alternativen befassen. Dazu gehört, dass Frenzel die Investmentbank Greenhill engagierte, die "Erfahrungen in Übernahmeszenarien" habe.

Die Bank soll nun Vorschläge machen, wie TUI eine Übernahme verhindern und doch noch im DAX bleiben soll. Zuletzt lag TUI bei der Marktkapitalisierung auf Platz 37, muss aber für einen Verbleib bis Ende August zumindest auf Rang 35 vorrücken. Frenzel: "Wir sehen Chancen für einen Verbleib im DAX."

Zu klären ist auch, wie es weitergehen soll, wenn Großaktionär Westlb wie angekündigt sein 31-Prozent-Paket verkauft. Dieses spielt bei einer möglichen Übernahme von TUI eine Schlüsselrolle.

Hinweise AUF Hedge-Fonds

Das Problem für Frenzel: 40 Prozent der TUI-Anteile seien nicht "identifiziert", verriet er am Donnerstag. Das bedeutet, TUI weiß nicht genau, was sich hinter den Markt-Kulissen abspielt. Ein "Schattenbereich" sei dies, meinte Frenzel. Denn Anteilseigner müssen erst bei einem Paket von mindestens 10 Prozent - wie bei Morgan Stanley geschehen - und dann weiter ab 25 Prozent eine entsprechende Meldung an den Konzern machen.

TUI habe aber "konkrete Hinweise", dass Hedge-Fonds in großem Maße in das Unternehmen investiert hätten, berichtete Frenzel. Diese Risikofonds wetten angesichts eines möglichen Rausschmisses aus dem DAX auf einen weiteren Verfall der TUI-Aktie - diesen Vorhaben machte der Kurssprung des Papiers zumindest am Donnerstag einen Strich durch die Rechnung.

Immer wieder betonte der TUI-Chef, der aktuelle Aktienkurs spiegele nicht die operative Entwicklung des Unternehmens wider. Von einer "Riesen-Spekulationswelle" sprach Frenzel. "Der Aktienwert drückt nicht den Wert des Unternehmens aus." Mit Blick auf die Halbjahreszahlen meinte er: "Für uns ist entscheidend, unseren Investoren unsere operative Stärke zu verdeutlichen." Auch TUI Deutschland-Chef Volker Böttcher meinte am Dienstag: "Die beste Strategie ist immer die eigene Stärke."

AUF Partnersuche

Angesichts des angekündigten Verkaufs des Westlb-Pakets von 31 Prozent sieht sich Konzern-Lenker Frenzel zudem nach neuen Partnern um. So könnten etwa Hotel- und Internetanbieter zu TUI passen, deutete Frenzel an. Schließlich sei TUI gerade im Hotelgeschäft stark und der Online-Vertrieb im Kerngeschäft Touristik sei zuletzt enorm gewachsen. Gespräche mit potenziellen Partner habe es aber noch nicht gegeben.

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