Tui contra Thomas Cook
Rangeln um solvente Touristen wird schärfer

Während Thomas Cook von der Wintersaison an mit einer neuen Marke gleichen Namens an den Start geht, ist die Antwort der Manager in Hannover bereits weit gediehen und wird nur wenige Tage später beginnen.

HB/dpa HANNOVER. Künftig sollen "Tui Stars" und "Thomas Cook" um die Touristen wetteifern, die in ihrem Urlaub den Cent nicht umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben, sondern bereit sind, für Luxus-Urlaub auch zu zahlen. "Extrem hochwertig" lautet das Motto.

Die zahlungskräftigen Gäste sind für die Veranstalter besonders interessant, denn von den höheren Reisepreisen bleibt mehr Marge bei den Veranstaltern. Außerdem zeigte sich in der Krise des Tourismus seit dem 11. September 2001, dass dieses Segment der Reisebranche lange nicht so krisen- und konjunkturanfällig ist, wie die Urlaubsreisen, die sich vorwiegend über den Preis verkaufen. Teurer Urlaub wurde auch in den schlechten Zeiten gebucht.

Den Stein ins Rollen brachte Mitte des Jahres die Lufthansa - KarstadtQuelle-Tochter Thomas Cook mit der Ankündigung einer neuen Markenstrategie. Die Veranstalter Terramar und Kreutzer mit zusammen rund 630 000 Gästen gehen nach Ende des kommenden Winters aus dem Markt. Fortan soll "Thomas Cook" das Geschäft mit besser verdienden Reisenden machen. Und dabei vor allem der Tui Gäste abjagen. Denn die Hannoveraner nehmen für sich in Anspruch, nicht nur Europas größter Reiseveranstalter zu sein, sondern auch in Sachen Qualität die Nase vorn zu haben. Tatsächlich erreicht die Tui Kunden, für die die Marke Neckermann bislang nicht die exakt passenden Angebote schnürte.

Aber die Strategen in Hannover bastelten seit Mitte des Jahres eifrig an einer Gegenstrategie, und die soll nach Angaben des Fachmagazins "Touristik-Report" den Namen Tui-Stars tragen. Zunächst wird es nur ein eigenständiger Katalog aus dem Hause Tui mit rund 190 Hotels werden. Allerdings wird er anders gestaltet sein, mehr "Lifestyle" vermitteln als die vielen anderen Kataloge, auf deren Seiten sich die Hotels teils in Briefmarkengröße geradezu nebeneinander zwängten.

Hinzu kommen sollen bei den Reisen Zusatzangebote, die sich nur Betuchtere leisten können - etwa bessere Zeiten für das Einchecken beim Abflug. Die Gäste von Tui-Star werden nicht zusammen mit den anderen Gästen im Bus zum Hotel gefahren, sondern in einem Auto, gehobene Ausstattung versteht sich. Auch Zugaben sind im Gespräch - etwa einen Strandkorb für die gesamte Urlaubszeit oder andere "nette Kleinigkeiten", die den Urlaub angenehmer, aber auch teuerer machen. Die Tui will sich mit Hinweis auf die Präsentation der Sommerkataloge im November in Ägypten zu den Plänen nicht äußern. Als falsch will aber niemand den Bericht des Fachblattes bezeichnen.

Ärgern dürften die Pläne vor allem Thomas-Cook-Chef Stefan Pichler. So gerät seine neue Premium-Marke, deren detaillierte Inhalte Ende Oktober vorgestellt werden sollen, schon zum Start stärker unter Druck als zunächst erwartet. Die Schonfrist als alleiniger Anbieter in dem Segment zwischen Nur-Noch-Luxus und gehobenem Pauschalurlaub wird es nicht geben. Und während Pichler Millionen-Beträge in den Aufbau der neuen Marke stecken muss, baut TUI einfach auf die eigene auf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%