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TUI hat keine Terrordeckung - Thomas Cook nicht komplett versichert

Deutschlands zweitgrößter Touristikanbieter Thomas Cook ist nicht gegen eine Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht bei Schäden infolge von Anschlägen versichert. Das teilte das Unternehmen am Freitagabend in Oberursel mit und zog damit eine anders lautende Aussage eines Sprechers in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) zurück.

dpa-afx OBERURSEL/MÜNCHEN. Deutschlands zweitgrößter Touristikanbieter Thomas Cook ist nicht gegen eine Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht bei Schäden infolge von Anschlägen versichert. Das teilte das Unternehmen am Freitagabend in Oberursel mit und zog damit eine anders lautende Aussage eines Sprechers in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) zurück.

"Bei nochmaliger Prüfung des Sachsverhaltes hält Thomas Cook an dieser Aussage nicht fest", hieß es in der Mitteilung. Auch für Thomas Cook bestehe bei terroristischen Anschlägen "keine derartige Versicherungsabdeckung". "Entsprechende Versicherungsangebote stehen im deutschen Markt nicht zur Verfügung."

TUI

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sind bei Europas größtem Touristikkonzern TUI aus Kostengründen keine Schäden durch terroristischen Anschläge über Versicherungen abgedeckt. Ein Sprecher des Unternehmens sagte dem Blatt, seit dem Jahr 2002 bekomme man zumindest bei europäischen Versicherern eine solche Deckung "nicht mehr zu vernünftigen Preisen". Deshalb verzichte TUI auf solche Policen und müsse damit eventuelle Zahlungen komplett selbst übernehmen.

Mögliche Zahlungen, wie sie von der TUI wegen des Anschlags auf der tunesischen Ferieninsel Djerba im April 2002 verlangt werden, seien jedoch noch abgedeckt. "Damals waren die Prämien noch nicht so extrem hoch wie heute", wird der Sprecher zitiert. Derzeit klagen den Angaben zufolge die Eltern eines Jungen, der bei dem Anschlag auf Djerba verletzt worden war, gegen den Reiseveranstalter auf Schadensersatz. Sie werfen ihm einen Verstoß gegen Sorgfaltspflichten vor.

Allianz

Wie die Zeitung weiter berichtete, hat Thomas Cook seine Versicherer nicht offen legen wollen. Nach Branchenangaben sei Thomas Cook unter anderem bei der Allianz versichert. Ein Sprecher des Versicherers sagte der Zeitung zufolge, in den beschriebenen Fällen biete die Allianz grundsätzlich eine Deckung von maximal zwei Mill. ? pro Schadensfall an. "Ob wir darüber hinausgehen, wird im Einzelfall entschieden." Die Deckungssumme gelte in der Branche angesichts der großen Zahl möglicher Opfer bei einem einzigen Anschlag als relativ niedrig.

Der Leiter des Krisenmanagements beim Versicherungsmakler Aon, Christof Bentele, bestätigte dem Blatt unterschiedliche Vorgehensweisen unter Touristikkonzernen. "Die einen zahlen die hohen Prämien, und die anderen müssten mögliche Forderungen aus eigener Tasche begleichen." Benteles Angaben zufolge könne sich die Jahresprämie für eine Deckungssumme von 50 Mill. ? auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen.

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