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TUI-Übernahme laut Experten mit Ausstieg von Morgan Stanley vom Tisch

Die Spekulationen um eine Übernahme des Reisekonzerns TUI sind mit dem Ausstieg der Investmentbank Morgan Stanley nach Einschätzung von Analysten weitgehend vom Tisch. Eine Übernahme oder eine Aufspaltung von TUI ist vorerst kein Thema mehr", sagte Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) am Freitag. Das lege den Verdacht nahe, das Morgan Stanley im Auftrag von so genannten Hedge-Fonds gehandelt habe. Andere Analysten teilten diese Einschätzung.

dpa-afx MADRID. Die Spekulationen um eine Übernahme des Reisekonzerns TUI sind mit dem Ausstieg der Investmentbank Morgan Stanley nach Einschätzung von Analysten weitgehend vom Tisch. Eine Übernahme oder eine Aufspaltung von TUI ist vorerst kein Thema mehr", sagte Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) am Freitag. Das lege den Verdacht nahe, das Morgan Stanley im Auftrag von so genannten Hedge-Fonds gehandelt habe. Andere Analysten teilten diese Einschätzung.

Hedge-Fonds leihen sich Wertpapiere bei anderen Großaktionären gegen eine Gebühr aus. Anschließend werden die Papiere verkauft. Dadurch geraten die Aktien unter Druck, der Kurs fällt. Die Hedge-Fonds kaufen nun die Aktien zum niedrigeren Preis wieder an und geben sie an den Entleiher zurück. Die Differenz zwischen Verkauf und Kauf ist der Gewinn des Hedge-Fonds. Sie setzen also auf fallende Kurse. Steigen die Kurse wie im Fall von TUI, machen Hedge-Fonds Verluste.

Morgan Stanley hatte am Freitag bekannt gegeben, ihr Anteil an TUI sei von 10,1 % auf 0,23 % gesunken. "Das ist eine Bestätigung der Hedge-Fonds-Theorie", sagte Hellgren. "Die hatten auf einen DAX-Abstieg und einen Kursverfall gesetzt." Offen bleibe die Frage, an wen der Anteil von Morgan Stanley gegangen ist. Eine Möglichkeit sei die spanische Hotelkette Riu. Sie war in den vergangen Wochen immer wieder als Interessent für das komplette Paket oder einen Teil der TUI-Aktien der Westlb genannt worden.

RIU 'Überrascht' VON Neuen Spekulationen

Riu reagierte am Freitag "überrascht" auf erneute Spekulationen, beim deutschen Reisekonzern TUI einsteigen zu wollen. Riu hatte in den vergangenen Wochen ähnliche Berichte bereits dementiert. Einem Bericht der Zeitung "ABC" zufolge steht Riu kurz davor, 20 % an TUI von der Westlb zu übernehmen. Die Westlb hält derzeit noch rund 31 % an dem Reisekonzern, hat aber angekündigt, sich von dem kompletten Paket trennen zu wollen. TUI seinerseits hält 49 % an Riu. Die Westlb wollte die Spekulationen am Freitag nicht kommentieren. Auch TUI selbst war nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Auch die Analysten von Merck Finck teilten die Hedge-Fonds-Theorie. Der Verkauf bestätige die Vermutung, dass Morgan Stanley als Widerpart der Hedge-Fonds gehandelt habe, die ohne Erfolg versucht hätten, TUI durch kurzfristige Verkäufe aus dem DAX zu kegeln. TUI hatte in der vergangenen Woche seinen Platz im deutschen Leitindex knapp verteidigt. Morgan Stanley hatte seinen Anteil im Juli von ungefähr fünf auf 10,1 % aufgestockt und so den Spekulationen um eine feindliche Übernahme Nahrung gegeben.

TUI-Aktien Etwas Schwächer ALS DER Markt

TUI-Aktien legten am Freitag bis gegen 13.45 Uhr um 0,47 % auf 14,82 ? zu und schnitten damit etwas schwächer ab als der Gesamtmarkt. Der DAX gewann gleichzeitig 0,79 % und kletterte auf 3 881,56 Punkte.

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