TUI und Thomas Cook ziehen nach
Umtausch-Garantie soll Reiselust wecken

Mit einer kostenlosen Umbuchungs-Garantie wollen mehrere Touristikveranstalter die schwache Reiselust der Deutschen wieder wecken. Nach dem Münchener Anbieter Frosch Touristik FTI boten am Montag nun auch Marktführer TUI und der Branchenzweite Thomas Cook eine Umtausch-Garantie an.

Reuters HANNOVER. Wer seinen Sommerurlaub bis Ende März buche, könne diesen bis acht Wochen vor Reisebeginn kostenlos umbuchen, teilte TUI mit. Thomas Cook entschied darauf hin, bei Flugreisen, die bis Ende März 2003 in Deutschland gebucht würden, ebenfalls bis zwei Monate vor Reiseantritt eine kostenlose Umbuchung anzubieten.

Damit gehen TUI und Thomas Cook noch über die Offerte von Frosch hinaus. Die zuletzt defizitäre deutsche Tochter des britischen Touristikkonzerns MyTravel hatte den kostenlosen Umtausch für bereits gebuchte Reisen in der Sommersaison bis Ende Februar garantiert.

Die Veranstalter reagieren mit dem Angebot auf das immer kurzfristigere Buchungen von Urlaubsreisen und die wachsende Unsicherheit vor einem möglichen Irak-Krieg. Für Urlauber minimiere sich damit das Risiko, infolge politischer Entwicklungen oder wirtschaftlicher Veränderungen Kosten für Umbuchungen zahlen zu müssen, teilte TUI mit. Die Reisebranche hat nach den Einbußen in diesem Jahr vor allem in Deutschland bereits zusätzliche Anreize für 2003 geschaffen. Dazu zählen weitere Preisnachlässe, Frühbucherrabatte und erstmals auch Urlaub auf Kredit.

Der Einstieg in befristete Garantien für kostenloses Umbuchen beendet eine Jahrzehnte übliche Praxis. Denn bisher wurde kostenloses Umbuchen von Reiseveranstaltern nur in Krisenfällen nach Anschlägen oder Naturkatastrophen gewährt. Bei Krankheit bewahrte nur eine frühzeitig abgeschlossene Reiserücktrittsversicherung vor größerem Schaden.

Thomas Cook hatte am Montag nach Bekanntwerden der TUI-Pläne zunächst noch erklärt, nicht zu einer befristeten Umtauschgarantie bereit zu sein. "Wir wollen so etwas nicht völlig ausschließen. Aber momentan gibt es keine konkreten Pläne", hatte ein Sprecher gesagt. Später erklärte Thomas Cook dann, doch eine Umtauschgarantie anzubieten.

Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) reagierte nach Bekanntwerden der TUI-Pläne zurückhaltend. "Das ist sicher ein mögliches Marketing-Instrument innerhalb des Wettbewerbs der Veranstalter", sagte DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch. "Problematisch ist dies sicherlich für Reiserücktrittsversicherungen. Denn mit einer Umtauschgarantie entfällt das Motiv für den Abschluss einer Versicherung." Die Reisebüros dürften zwar davon profitieren, wenn wieder mehr und früher gebucht werde. Gleichzeitig würden sie die Provisionen der Versicherungen verlieren.

Die Aktien der TUI und des Cook-Miteigentümers Lufthansa gaben am Montag trotz des neuen Angebots in einem schwachen Börsenumfeld um jeweils rund vier Prozent auf 15,76 Euro beziehungsweise 9,12 Euro nach und lagen damit in der Nähe ihrer Jahrestiefstände. Händler machten für die schwache Börsenverfassung die weiter bestehende Sorge der Anleger vor einem möglichen Krieg im Irak verantwortlich. Die Titel von Karstadt, ebenfalls an Thomas Cook beteiligt, kletterten indes um 4,5 Prozent auf 16,50 Euro.

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