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TUI verzichtet auf Terrordeckung aus Kostengründen

Europas größter Reisekonzern TUI hat aus Kostengründen den eigenen Haftpflichtschutz reduziert und verzichtet inzwischen auf die Deckung von möglichen Terrorschäden.

dpa-afx MÜNCHEN. Europas größter Reisekonzern TUI hat aus Kostengründen den eigenen Haftpflichtschutz reduziert und verzichtet inzwischen auf die Deckung von möglichen Terrorschäden.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte der Süddeutschen Zeitung (Samstagausgabe), seit dem Jahr 2002 bekomme man zumindest bei europäischen Versicherern eine solche Deckung "nicht mehr zu vernünftigen Preisen". Deshalb verzichte TUI auf solche Policen und müsse damit eventuelle Zahlungen komplett selbst übernehmen.

Mögliche Zahlungen, wie sie von der TUI wegen des Anschlags auf der tunesischen Ferieninsel Djerba im April 2002 verlangt werden, seien jedoch noch abgedeckt. "Damals waren die Prämien noch nicht so extrem hoch wie heute", wird der Sprecher zitiert. Derzeit klagen die Eltern eines Jungen, der bei dem Anschlag auf Djerba verletzt worden war, gegen den Reiseveranstalter auf Schadensersatz. Sie werfen ihm einen Verstoß gegen Sorgfaltspflichten vor.

Thomas Cook Abgedeckt

Ein Sprecher von Thomas Cook , des zweitgrößten Touristikkonzern Europas, sagte der Zeitung, der Konzern sei weiterhin gegen Risiken der gesetzlichen Haftpflicht versichert. Diese schlössen Terrorfolgen ein. Wie hoch die Deckung sei und bei welchen Gesellschaften Thomas Cook seine Versicherungen abgeschlossen habe, habe der Sprecher nicht offen legen wollen. Nach Branchenangaben sei Thomas Cook unter anderem bei der Allianz versichert.

Ein Sprecher des Versicherers sagte der Zeitung zufolge in den beschriebenen Fällen, biete die Allianz grundsätzlich eine Deckung von maximal zwei Mill. ? pro Schadensfall anbiete. "Ob wir darüber hinausgehen, wird im Einzelfall entschieden." Die Deckungssumme gelte in der Branche angesichts der großen Zahl möglicher Opfer bei einem einzigen Anschlag als relativ niedrig.

Der Leiter des Krisenmanagements beim Versicherungsmakler Aon, Christof Bentele, bestätigte dem Blatt unterschiedliche Vorgehensweisen unter Touristikkonzernen. "Die einen zahlen die hohen Prämien, und die anderen müssten mögliche Forderungen aus eigener Tasche begleichen." Benteles Angaben zufolge könne sich die Jahresprämie für eine Deckungssumme von 50 Mill. ? auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen.

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