Tui will Piloten länger fliegen lassen
Ausgedehnter Höhenrausch für Hapag-Lloyd-Piloten

Der Touristikkonzern Tui will bei seiner größten Fluggesellschaft Hapag-Lloyd die Piloten bei Bedarf länger als bisher fliegen lassen. Dies sei bei Engpässen günstiger, als zusätzliche Kräfte einzustellen.

Reuters HANNOVER. Es sei mit den Piloten tarifvertraglich vereinbart, dass künftig die gesetzliche zulässige Höchstflugzeit von 1000 Stunden pro Jahr ausgeschöpft werden könne, sagte Tui-Bereichsvorstand Dieter Schenk am Freitag am einer Veranstaltung der Charterfluggesellschaft in Hannover. Bislang lag die Höchstgrenze bei 900 Flugstunden im Jahr. Für die Monate April bis Juni könne dies bereits Anwendung finden, da einige Piloten mit der Ausbildung neuer Kollegen für die Billigfluglinie Hapag Express-Lloyd beschäftigt seien, ergänzte eine Unternehmenssprecherin.

Die zusätzlichen Flugstunden würden zwar als Mehrarbeit vergütet. Dies sei aber dennoch günstiger, als zusätzliche Kräfte für den Mehrbedarf an Piloten einzustellen. Im Rahmen des von Tui vor einer Woche für 2003 erheblich verschärften Sparprogramms stehen auch die Fluggesellschaften des größten europäischen Reisekonzerns auf dem Prüfstand. Tui-Konzernchef Michael Frenzel hatte kürzlich erklärt, die Traditions-Airline müsse sich bei ihren Organisations- und Kostenstrukturen in Richtung der im vorigen Jahr gegründeten Billig-Flugtochter Hapag Express-Lloyd orientieren.

Eine seit längerem diskutierte Zusammenlegung der Flugzeugwartung bei der britischen Tui-Airline Britannia scheidet nach den Worten Schenks jedoch aus. Allein der Transport der deutschen Maschinen für die Routinewartungen sei zu aufwendig. Schenk verantwortet seit einigen Monaten das im vorigen Jahr in Hannover zentralisierte Airline-Management des Tui-Konzerns für insgesamt 88 Maschinen, davon fliegen bei Hapag-Lloyd 34.

Trotz der Buchungsflaute in der Reisebranche insbesondere in Deutschland liegt die bisherige Auslastung bei Hapag-Lloyd nach Angaben der Sprecherin auf dem Vorjahresniveau. Hapag-Lloyd fliegt derzeit gut 60 % seiner Kapazitäten für Tui-eigene Reiseveranstalter, der Rest wird an andere Veranstalter oder als Einzelplatz direkt verkauft.

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