Tumminellis Designkritik
Di Risio DR5: Discount-Auto

Einen Wagen im Supermarkt kaufen: Das ist eigentlich nichts Neues. Doch der italienische DR5, eines der ersten Sport Utility Vehicles Italiens, ist eine ganz spezielle Art von Automobil. Das Take-away-Auto ist nach einem besonderen Rezept zusammengebaut.

Italiens erstes Sport Utility Vehicle (SUV) – darauf haben wir gewartet. Nur: So ganz richtig ist diese Botschaft des Autohändlers Massimo Di Risio eigentlich nicht. Bereits 1985 brachte Italien einen geländegängigen Wagen auf den Markt. Von Tom Tjaarda geschaffen und im Isotta-Fraschini-Werk produziert, gab es den Magnum 4x4 schon lange vor Porsche Cayenne & Co. Das Auto kam allerdings kaum beim Kunden an, weil die elegante Linie und die feine Innenausstattung mit der rauen Militärtechnik untereinander – und gegen den Erfolg kämpften.

Also ist der Wagen von Di Risio Italiens zweites SUV. Und es gibt eine Überraschung: Er stammt weder von Fiat noch von Lamborghini – und weitere nennbare Herstellernamen fallen mir auf Anhieb nicht ein. Plötzlich finde ich die Geschichte über einen stilistisch kaum interessanten Wagen mit dem unscheinbaren Namen DR5 interessant. DR steht für den Wagenhändler Di Risio in der süditalienischen Region Molise, die höchstens für eine Nudelmarke bekannt sein dürfte. Als Multibrand-Händler macht seine Unternehmensgruppe über 250 Mill. Euro Umsatz im Jahr – ein paar Ferraris mitgerechnet.

Di Risio hatte eine Idee: Er will Autos in Supermärkten verkaufen. Seit die Europäische Union vor ein paar Jahren den Autohandel liberalisiert hatte, ist dies möglich – und Di Risio versuchte sofort, sein Geschäftsmodell in die Tat umzusetzen. Doch die Hersteller machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Wer will schon seine Marke neben Windeln und Tierfutter sehen und dabei sein etabliertes Händlernetz verärgern?

Bald stellte Verkäufer Di Risio fest, was vielen längst bekannt sein dürfte: Autos zu bauen ist kein Problem mehr, Autos zu verkaufen eher. Ein Anruf in China sichert Fahrwerk und Benzinmotoren von Chery, ein Anruf in Turin einen hochmodernen Dieselmotor und ein Getriebe, beides von Fiat Power Train. Bosch liefert dazu die Elektronik. Dann geht es nur noch um ein hübsches Design, die Innenausstattung und die passende Farbe. Und siehe da: Ein SUV im italienischen Stil ist entstanden. Mit 100, bis Ende 2008 maximal 200 Mitarbeitern kann das Unternehmen 50 Wagen am Tag produzieren.



 Schlamm drüber: Marktübersicht Kompakte SUV 2008



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