Tumminellis Designkritik
Ein Porsche mit breitem Po

Trotz der Krise geht Porsche konsequent seinen eigenen Weg. Mit einer Mischung aus Cayenne und 911er starten die Stuttgarter in die „vierte Dimension“. Die Sportlimousine Panamera, die im Frühjahr nächsten Jahres planmäßig auf den Markt, dürfte manchem Ästheten allerdings Unbehagen bereiten.
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Die vierte Baureihe, werbetechnisch als „vierte Dimension“ von Porsche zelebriert, hat endlich einen Po – ihr wichtigster Teil überhaupt, denn das Gesicht war längst vorhersehbar. Es sieht ganz einfach porschig aus: halb Cayenne, halb 911er.

Nun ist der Po da, und er ist ein bisschen bäuerlich, etwas dicklicher geraten, als mancher Ästhet es sich wünschen würde. Doch was soll’s? Selbst ein Mitglied der Familie Porsche folgt der Entwicklung der (westlichen) Gesellschaft. Der Ur-11er war so schlank und reduziert wie die Menschen, für die er gedacht war. Steve Mc Queen und Twiggy saßen am Steuer und ihre Kinder passten wunderbar auf die Rücksitze. Heute sind nicht nur die Mc Queens dieser Welt älter, sondern ihre Kinder deutlich dicker geworden.

Kevin, das neue Fotomodell auf der Kinder-Riegel-Packung gilt als Maßstab. Für ihn und seine Familie braucht man heute vier richtige Türen und vier richtige Sitze. Dazu eine Heckklappe und Platz für vier Koffer. Besser kann man die „vierte Dimension“ nicht begründen.

Es ist keine Protzerei und auch kein Overstatement. Kaum größer, ein Tick aerodynamischer, mit einem besseren Gewicht-Leistungs-Verhältnis, dazu genau so alltagstauglich: Der Panamera ist der schnellere Ford Mondeo für finanziell Fortgeschrittene. Eine vernünftige Volkslimousine mit einer Prise Selbstbefriedigung, dazu sozial verträglich, weil niedriger, als etwa der Cayenne.

Selbst wenn Porsche mit aller Kraft versucht, wahre Geschichte zugunsten eines idealisierten Mythos umzuschreiben. Eine vierte Baureihe aus Zuffenhausen hat es bereits gegeben, den großen Porsche 928 – mit acht Zylindern vorne, vier Sitzen und einer Heckklappe hinten. Er wurde zum Auto des Jahres 1978 gewählt und von der Fachpresse gelobt.

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