Tumminellis Designkritik
Fiat Fiorino Qubo: Kubisch, praktisch, gut

Halb Nutzfahrzeug, halb Automobil – und doch attraktiv. Der Fiorino Qubo, den Fiat mit auf die IAA in Hannover bringt, steht stellvertretend für eine Fahrzeuggeneration mit großem Marktpotenzial.
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DÜSSELDORF. In seinem heute noch lesenswerten Werk „The Status Seekers“ beschreibt 1959 Vance Packard, wie sich der Aufstieg eines typischen Amerikaners auf die Wahl seines Autos auswirkt: Gestartet mit dem populären Chevrolet, wechselt er mit jeder Gehaltserhöhung die Marke, bis er beim elitären Cadillac ankommt.

Hatten Sozialwissenschaftler beim Konsumüberfluss das Ende der Klassengesellschaft prognostiziert, widerspricht Packard ihnen vehement. Erst mit der Überflussgesellschaft beginne man, zwischen Marken und Imagewert zu differenzieren, lautet die These. Bezogen auf das Auto, wird in den Staaten das „Ich fahre, also ich bin“-Theorem postuliert, das auch bei uns bis heute gilt – das zumindest glauben viele.

Das Gegenteil ist der Fall: Man stellt eine dramatische Nivellierung des Angebots fest, wobei die neue Mitte Premium genannt wird – damit sie kommunikativ attraktiver wirkt. Den Kunden schmeicheln, jedem das Gefühl geben, etwas ganz Besonderes zu besitzen, ist zum ungeschriebenen Grundgesetz der Konsumgesellschaft geworden.

Das hat Konsequenzen: Einerseits wächst mit der Anzahl russischer Oligarchen proportional die Anzahl exotischer Luxusangebote, für die gerne ein siebenstelliger Betrag verlangt wird. Andererseits soll sich niemand mehr arm fühlen, so die markenstrategische Botschaft der Massenhersteller.

Ein Skoda wird demonstrativ als bezahlbarer Luxus angeboten. Egal wie günstig, inzwischen wirken alle Autos, mit biederen Chrom und progressiver Linienführung aufgemotzt, wie aus dem Premiumsegment.

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