Tumminellis Designkritik
Motorrad auf vier Rädern

Die österreichische KTM, Europas zweitgrößter Motorradhersteller, präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon ihr erstes Automotorrad. Für Automobilkunden und Markenfans, die keinen Motorradführerschein besitzen, eine Möglichkeit, ein motorradähnliches Fahrgefühl zu erleben

Trotz des biederen, ökofreundlichen Werbeplakats – aus einem Auto wachsen Blumen und Pflanzen –, zelebriert der Genfer Autosalon in einer erstaunlichen Kombination aus Luxus und PS die Renaissance des alten Automobilmythos. Könige, Prominente oder einfach nur Reiche füllten bereits während der Pressetage die Hallen und kürten aus dem großen Angebot die Auto-Hits des Jahres. Darunter drei Neuerscheinungen mit einer gemeinsamen Technik: einem von Audi stammenden Motor.

Neben dem Formel-1-Neuling Spyker, der den skurrilen C 12 Zagato (zirka 500 000 Euro) vorstellt, wirkt der Artega GT vom deutschen Duett Kalbfell/Frers (um die 75 000 Euro – mehr dazu in zwei Wochen) fast zu bescheiden. Und dann der X-Bow von KTM, der sich allerdings erst das Prädikat Automobil verdienen muss.

Die österreichische Firma KTM kennt seit dem Führungswechsel nach dem Konkurs im Jahr 1991 nur noch Erfolge. Liegt das durchschnittliche Jahreswachstum, auf den Umsatz bezogen, bei satten 25 Prozent, so dürfte dies bezogen auf den Markenwert noch stärker ausfallen.

Das scharfkantige schwarz-orange Geländemotorrad mit der Abkürzung von „Kronreif, Trunkenpolz, Mattighofen“ gilt mittlerweile als beste Visitenkarte für Gerald Kiska, der seit 1992 als externer Berater das Design des österreichischen Herstellers verantwortet. Ihm ist es gelungen, die verstaubten Gene der Marke in eine ästhetisch explosive Mischung aus brutal und romantisch, minimalistisch und expressiv, unästhetisch und charaktervoll umzuwandeln. KTM ist so zum Red Bull der Motorradbranche geworden.

Dass nun die Österreicher den Schritt in die Autobranche wagen, kann man unterschiedlich interpretieren. Die offizielle Version lautet, dass man auch den Automobilkunden und Markenfans, die keinen Motorradführerschein besitzen, die Möglichkeit bieten will, ein motorradähnliches Fahrgefühl zu erleben. Dafür ist der Flitzer, der von der italienischen Rennschmiede Dallara mitentwickelt wurde und vorerst in limitierter Auflage produziert wird, ideal geeignet.

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