Tumminellis Designkritik
OM 651: Bescheidenes Kraftpaket für die S-Klasse

Jahrzehntelang wurden die schwere Wagen mit dicken Explosionsmotoren angetrieben. Das ist Vergangenheit. Die Motoren der Zukunft sind schlank, aber effektiv. Auch der neue OM 651 von Merceder ist ein bescheidener Vierzylindermotor, der Wunder verspricht. Der Kleine soll auch die S-Klasse befeuern.
  • 0

Ein kleiner Saal erinnert die Besucher der BMW Welt daran, wie alles begann. Dort stehen in Reihe, glänzend und schön gepflegt, all die Motoren, die die Bayerischen Werke weltberühmt gemacht haben. Ein altes Plakat zeigt außerdem, wie sehr sich die Welt der Marken in einem Jahrhundert geändert hat: Aus einer schwarzen, ungeschminkten Fabriklandschaft erheben sich Schornsteine wie Dinosaurier und füllen den düsteren Himmel mit vorsprung-durch-technik-grauen Riesenwolken. „Explosionsmotoren für alle Zwecke“, mehr will BMW dazu nicht schreiben.

Später kamen nach dem fordschen Prinzip die Zeiten der vertikalen Integration, wobei die Werke alles bauten, was für den Automobilbau notwendig war und auch mehr. Mit der Veröffentlichung des Buches „the machine that changed the world“ wischten die MIT-Forscher 1991 das amerikanische Vorbild weg. Von nun an war Toyotas Prinzip der Lean-Production en Vogue.

Mit der Konzentration auf das Wesentliche und der strategischen Verlagerung der Produktion war nicht nur einen bessere Qualität, sondern vor allem mehr Profit erreichbar. Die Werke kamen auf Ihre Kernkompetenz zurück: Die Motoren, gleichzeitig Herz und Seele des Automobils und dessen wertvollster Teil. Gewiss angetrieben durch BMW, die es 1987 wagten, einen monumentalen V12 auf den Markt zu bringen, begann die Renaissance des Motorenbaus.

Die Menge der Neuentwicklungen fordert jedes Gedächtnis heraus: 5, 6, 8, 10, 12 gar 16 Zylinder mit beliebigen Architekturen und bis zu 1 000 PS füllen die Regale der Hersteller. Ob sich die Entwicklungskosten jemals rechnen werden, ist in den meisten Fällen noch unklar. Hunderte von Millionen kostet eine massentaugliche Entwicklung, jahrzehntelang muss sich eine Motorkonstruktion an Markt beweisen. Man möge nur sich daran erinnern, dass es zur Allianz zwischen den Erzrivalen Peugeot, Renault und Volvo kommen musste, bevor ein bescheidener Sechszylinder mit 2,6 Liter Hubraum, nach 8 Jahren Entwicklung 1974 geboren werden konnte. So richtig spannend war die PRV genannte Maschine nie und trotzdem kam sie mangels Wettbewerb in 24 Jahren insgesamt eine knappe Million Mal zum Einsatz.

Seite 1:

OM 651: Bescheidenes Kraftpaket für die S-Klasse

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%