Tumminellis Designkritik
Sportwagen Artega: Schöner Fahren

Mit branchenfremden Brands wird oft und gerne am Armaturenbrett geprotzt. Dies ist aber die falsche Stelle. So herrscht in vielen Auto-Cockpits grafisches und gestalterisches Chaos. Der deutsche Sportwagen Artega und sein neues Cockpitsystem von Paragon bilden eine nennenswerte Ausnahme.

Sie war das Schmuckstück eines jeden Automobils: die mehr oder minder wertvolle Uhrensammlung am Armaturenbrett. Die erste Welle der Digitalisierung in den 1980er Jahren ebbte zwar ab, doch der Trend zur Integration der Komponenten (gekoppelt mit dem Wunsch der Industrie, immer billiger zu fertigen) machte die einst wertvollen Instrumente zu Museumsstücken. Die Manager der Automobilindustrie fanden zudem, dass die Präsenz eines fremden Markennamens an solch prominenter Stelle des eigenen Produkts von Nachteil sei. Somit wurden Markennamen vernichtet, die die Automobilgeschichte bis dahin mitgeschrieben hatten – Jaeger für Lamborghini und Alfa Romeo, Smiths für die Briten von Austin bis zu Rolls, VDO für Porsche.

Der Witz dabei ist, dass sich die Autoindustrie mittlerweile in die totale Abhängigkeit von Zulieferern begeben hat: Die Fertigungstiefe liegt bei gerade noch 20 Prozent. Zwar sind Komponenten von High-Tech-Giganten wie Brose oder Johnson Controls in fast jedem Auto zu finden, nur die Zulieferermarke wird verschwiegen. Es sei denn, man will Kompetenz beweisen oder ein Luxusimage aufbauen: mit branchenfremden Brands wie etwa Breitling im Falle von Bentley oder Bvlgari bei Cadillac wird oft und gerne am Armaturenbrett geprotzt.

Dies ist aber die falsche Stelle. So sagte Karl Wilfert, legendärer Leiter der PKW-Entwicklung bei Mercedes-Benz, anno 1966: „Instrumente sollten nicht nach stilistischen Gesichtspunkten entwickelt werden, sondern es sollte ihre rasche Ablesbarkeit durch Reaktionstests ermittelt werden.“ Es lebe die aktive Sicherheit! Wie viel verlernt wurde, beweist die irreführende, grafisch und ergonomisch katastrophale Gestaltung der meisten Cockpits. Der Überblick scheint verloren, buntes Art-Deco regiert die Szene.

Genau hier kommt die Paragon AG ins Spiel. Der Zulieferer hat sich nach dem Börsengang im Jahr 2000 zu einem der führenden Anbieter für Bordelektronik entwickelt: Sensoren, Instrumente, Bedienelemente und Car-Media-Systeme aus Westfalen werden von namhaften Herstellern übernommen – was für das Geschäft gut ist. Die klassische Rolle als Zulieferer ist dennoch weder risikolos noch reicht sie aus, um die eigene Kompetenz zeitnah zu testen und zu beweisen. Bei Paragon liegt diese Kompetenz vor allem in der innovativen Vernetzung und Integration der verschiedenen Systeme – Achillesferse der Hersteller.

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