Tumminellis Designkritik
VWs Auto-Zoo bekommt Zuwachs

Erst Käfer, dann Golf, nun UP! Volkswagen zeigt eine Studie, von der das Unternehmen behauptet, sie sei genauso weltbewegend wie die einstigen Ikonen. Doch in Wirklichkeit macht VW mit seinem neuesten Kleinwagen zwar einen Schritt nach vorn, aber auch zwei zurück.

Automobile lassen sich prima mit Tierarten verbinden. Da gab es und gibt es den Jaguar, den Panther, Wolf, Berglöwen, Stachelrochen und die Manguste sowie die Cobra und sonstige Vipern. Insbesondere die Italiener fanden das Spiel lustig, und weiter ging es mit Wespe, Biene, Bärchen, Hirschkalb, Damhirsch, Tigerchen – bis zum heiligen Skarabäus. Aber Käfer oder Iltis? Auf die Idee wäre keiner gekommen – außer natürlich Volkswagen.

Um solche Namen zu akzeptieren, muss man wahrhaftig groß sein, so wie die Wolfsburger Autobauer es immer gewesen sind – insbesondere als der große Heinrich Nordhoff noch regierte. Lebte er heute noch, so hätte er sich sicher für die jüngste Auto-Schöpfung einen besseren Namen einfallen lassen, als dieses dämliche Up!. Zum Beispiel Krebs.

Na ja, wie beim Käfer ist der Name mehrfach besetzt – mit positiven und negativen Assoziationen: einerseits der hübsche Maikäfer sowie der leckere Flusskrebs und andererseits fällt einem die Küchenschabe ein – oder die schlimme Krankheit.

Warum aber Krebs? Da muss man schon Italienisch sprechen. Denn man sagt in Italien, von Menschen die sich nicht ganz nach vorne trauen, dass sie sich wie Krebse fortbewegen: einen Schritt vorwärts, zwei rückwärts. Besser kann man sich das Konzept des Up! nicht erklären.

» Heckmotor, schlichtes Design, erschwinglicher Preis:
Das VW Concept Car UP in Bildern

Als Weiterentwicklung der Designsprache von Volkswagen steht die Studie für einen künftigen Kleinwagen eindeutig als Schritt nach vorne. Synthetisch, schlicht, sauber – so macht Automobildesign Sinn und überzeugt weit besser als sonstige Spielereien.

Gleichzeitig gibt es aber zwei Schritte zurück. Zum einen beim Heckmotor. Das könnte die Revanche von Porsche sein, die schon Ende der 1960er mit dem Prototyp EA266 einen Käfernachfolger mit Heckmotor planten. Anders als beim Smart ist der Heckmotor hier aber nicht Bestandteil eines innovativen Fahrzeugkonzepts.

Betrachtet man die Entwicklung des modernen Kleinwagendesigns über die drei Meilensteine Mini/Panda/Twingo, so hat der Up! nichts Neues zu bieten. Im Gegenteil – und so sind wir beim zweiten Schritt rückwärts – überrascht der Volkswagen mit Architektur und Maßen, die an den 1984er Honda City (in Deutschland Jazz) erinnern: kurz, breit und mit einer knappen, abfallenden Haube.

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