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Turbine mit Tore-Feuerwerk ins Uefa-Cup-Viertelfinale

Die erste Hürde haben die „Turbinen“ mit Bravour genommen, doch der nächste Gegner trübt die Hochstimmung beim deutschen Frauenfußball-Meister.

dpa POTSDAM. Die erste Hürde haben die "Turbinen" mit Bravour genommen, doch der nächste Gegner trübt die Hochstimmung beim deutschen Frauenfußball-Meister.

Als Trainer Bernd Schröder nach dem Durchmarsch seiner Frauen in der Uefa-Cup-Qualifikation erfuhr, dass im Viertelfinale der russische Meister FC Energy Woronesh der Konkurrent ist, entglitten ihm für einen Moment die Gesichtszüge. "Eine äußerst undankbare Aufgabe, allein die Anreise kann Tage dauern", sagte der 62-Jährige. Später kündigte Schröder an, sein Verein werde versuchen, der 650 Kilometer südlich von Moskau beheimateten Mannschaft das Heimspiel abzukaufen, um Reisestrapazen und andere Unwägbarkeiten zu umgehen.

Nationalstürmerin Conny Pohlers, mit acht Treffern erfolgreichste Torjägerin der Gruppenspiele im heimischen Babelsberg, hat mit Blick auf die politisch unsichere Lage in Russland gleichfalls Bedenken: "Erst am Samstag haben sie in Moskau wieder zwei Autobomben entdeckt. Ich habe Panik, da mitzufliegen. Ich mache drei Kreuze, wenn wir wieder heil zurückkommen." Ähnliches war auch von ihren Mannschaftsgefährtinnen zu hören. "Ich weiß nicht einmal, wo das liegt. Arsenal London wäre mir deutlich lieber gewesen", meinte Torfrau Nadine Angerer.

In den Tagen zuvor hatte sich der Meister und DFB-Pokalsieger bei seinem internationalen Debüt hervorragend aus der Affäre gezogen. Mit 6:0 Punkten und 17:6 Toren brannte das mit neun Nationalspielerinnen gespickte Team in der Qualifikationsgruppe drei ein Tore-Feuerwerk ab und begeisterte das Potsdamer Publikum.

Im letzten Gruppenspiel lieferten die Turbine-Frauen gegen den italienischen Pokalsieger Torres Terra Sarda FC, der als Gruppenzweiter im Viertelfinale auf Arsenal trifft, vor 1692 Zuschauern eine denkwürdige Partie ab. Nach einem 0:2 nach nur zwölf Minuten und mehrfachen Führungswechseln endete das Match 7:5 (5:4) für die Gastgeber. "Ich bin zwar schon lange im Geschäft, aber was sich hier abgespielt hat, ist mir noch nie passiert", meinte Schröder nach dem offenen Schlagabtausch.

"Meine Mannschaft hat Stärke gezeigt, indem sie mehrfach Rückstände weggesteckt hat", lobte der sonst eher kritische Coach seine Spielerinnen, die damit auch das vierte Match innerhalb von sieben Tagen gewannen. Zugleich sprach er von einer Werbung für den Frauenfußball: "Das ist genau das, was wir wollten. Die Leute sollten nach Hause gehen und sagen, heute haben wir zwölf Tore gesehen."

Nach dem gelungenen Debüt auf internationalem Parkett wollen die Potsdamerinnen nun mehr: "Wenn wir fit sind, ist der Einzug ins Finale ein realistisches Ziel. Ich kennen alle Spielerinnen auf dem Kontinent, so schlimm ist das gar nicht", meinte Schröder.

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