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Turbulente Woche überstanden

New Yorks Aktienmärkte haben die turbulente Börsenwoche überstanden. Rund 1600 Unternehmen meldeten in der vergangenen Woche gemischt doch überwiegend positive Quartalsergebnisse. Doch Aufatmen ist noch nicht angesagt. Denn anstatt endlich den Wachstumskurs einzuschlagen, dümpelt die US-Wirtschaft weiter vor sich hin. Alle müssen sparen. Die Börse an der Wall Street entlässt nun Personal. Auch die Nasdaq, die demnächst selbst an die Börse gehen möchte, baut Arbeitsplätze ab. Das ist aber nichts gegen die Massenentlassungen, zu denen sich viele amerikanische Unternehmen in diesen Monaten gezwungen sahen. Lucent Technologies kündigte in der vergangenen Woche an, weitere 15 000 bis 20 000 Arbeitsplätze abzubauen. JDS Uniphase hat bereits im ersten Halbjahr 9000 Angestellte entlassen und wird nun noch einmal den Personalstamm um 7000 reduzieren. Damit hat sich die Belegschaft seit Jahresanfang mehr als halbiert.

Der Glasfaserkonzern beendete das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 51 Milliarden Dollar. Das hat bisher in dieser Höhe noch kein nordamerikanisches Unternehmen geschafft. Und auch wenn das Minus zu einem Großteil aus Übernahmekosten herrührt, muss man feststellen: vielen Unternehmen geht es an den Kragen. Die jüngsten Wirtschaftsdaten deuten nicht auf Besserung. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um magere 0,7 Prozent gewachsen. So gering fiel der Zuwachs seit acht Jahren nicht mehr aus. Vielleicht steht das Schlimmste noch bevor. Diejenigen, die jetzt ihre Beschäftigung verlieren, stellen erst in einigen Wochen oder Monaten ihren Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Denn meist zahlen die Unternehmen noch Überbrückungsgelder. Sollte die Arbeitslosenquote noch einmal ansteigen, könnte das auch die Zuversicht des Verbrauchers in eine baldige Erholung der US-Wirtschaft schmälern.

Der von der Universität von Michigan berechnete Index zum US-Verbrauchervertrauen ging im Juli auf 92,4 Punkten zurück. Die Analysten hatten jedoch erwartet, dass der Index auf dem Vormonatsstand von 93,6 Punkten bleibt. Doch die schlechte Laune über die enttäuschenden Wirtschaftsdaten glich in der vergangenen Woche eine Zahl guter Quartalsergebnisse aus. Zwar leidet McDonald´s immer noch unter der BSE-Krise und dem starken Dollar. Doch konnte die weltgrößte Restaurantkette den Umsatz und Gewinn im vergangenen Quartal steigern.

Auch Honeywells Bilanz wurde gut aufgenommen. Der Mischkonzern musste wie erwartet einen Gewinneinbruch um satte 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr vermelden. Aber im zweiten Halbjahr 2001 soll es wieder aufwärts gehen - das stellte zumindest der Vorstand in Aussicht. Exxon Mobil ist der größte Ölkonzern der Welt und zudem auch das Unternehmen, dass die höchsten Umsätze überhaupt erzielte. Die gestiegenen Öl- und Gaspreise ließen die Gewinne steigen. Doch trotzdem enttäuschte das Unternehmen die Anleger.

Mit Amazon hat der größte Online-Einzelhändler eine zufriedenstellende Bilanz vorgelegt. Doch ging der Umsatz im ersten Quartal zurück. Immerhin wird Amazon vermutlich Ende des Jahres die Gewinnzone erreichen. Prudential Securities empfielt, die Amazon-Papiere zu verkaufen.

Mut möchte nun der US-Präsident machen. George Bushs Steuergeschenke sind auf dem Weg. Die ersten Briefe wurden in diesen Tagen verschickt. Demnächst kommen die Schecks hinterher und dann freuen sich einige über eine Rückzahlung von 300 und Paare über 600 Dollar. Wenn alle dieses Geld in die Börse stecken würden, dann wäre der Grundstock für eine Rallye gelegt. Doch so groß ist das Vertrauen der Amerikaner in die Märkte dann doch nicht mehr, sie werden es wohl für andere Dinge ausgeben.

Im Wochenvergleich hat der Dow Jones-Index 1,5 Prozent auf 10 417 Punkte verloren, die Nasdaq blieb unverändert bei 2030 Punkten.

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