Turbulenz durch vorausfliegendes Flugzeug wird untersucht
Airbus-Absturz: Geräusche geben Rätsel auf

Nach einer ersten Auswertung des Stimmenrekorders hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB bei ihren Ermittlungen zu dem Flugzeugabsturz in New York neue Einzelheiten mitgeteilt. Demnach waren knapp zwei Minuten nach dem Start des Unglücks-Airbus im Cockpit klappernde Geräusche zu hören. Außerdem sprachen die Piloten von Turbulenzen, auf die das Flugzeug stieß.

ap NEW YORK. Nach Angaben der NTSB war zwei Minuten und zwanzig Sekunden vor dem Airbus ein Jumbo der Japan Airlines gestartet. Der normale Abstand zwischen zwei Starts beträgt zwei Minuten. Die Ursache für das klappernde Geräusch ist unbekannt. Die Ermittler vermuten einen technischen Fehler als Unglücksursache, schließen aber Sabotage weiterhin nicht aus.

Wie die Ermittler am Dienstag mitteilten, dauerte das Band vom Start bis zu seinem Abbrechen weniger als zwei Minuten und 24 Sekunden. Der erste Teil der Startphase in die Dominikanische Republik erscheine normal. Der Kopilot habe die Maschine gesteuert. 107 Sekunden nach dem Start sei jedoch ein klapperndes Geräusch zu hören, 14 Sekunden später ein weiteres Klappern. 23 Sekunden danach - nach "mehreren Bemerkungen, die auf einen Kontrollverlust hindeuten" - ende die Aufzeichnung, erklärte Behördensprecher George Black.

Bei dem Absturz im New Yorker Stadtteil Queens kamen am Montag alle 260 Menschen an Bord der Maschine der Gesellschaft American Airlines ums Leben. In Queens wurden noch mehrere Menschen vermisst. Inzwischen wurde auch das zweite Aufzeichnungsgerät der Black Box, der Flugdatenschreiber, entdeckt, von dem sich die Ermittler weitere Hinweise erhoffen.

Rätsel gibt auf, dass die Schwanzflosse und das daran befestigte Ruder offenbar vor dem Absturz abgetrennt wurden. Beide Teile wurden inzwischen aus der Jamaica Bay gefischt. Ermittler erklärte, es sehe so aus, als ob die 7,5 Meter lange Schwanzflosse wie mit einem Rasiermesser sauber vom Rest des Flugzeugs abgeschnitten worden sei.

Piloten gelten als erfahren

Zudem richteten sich die Ermittlungen darauf, ob möglicherweise Vögel in die Turbinen der Maschine geraten sind - ein Phänomen, das in der Vergangenheit schon des öfteren zu schweren Schäden an Flugzeugen führte. Die beiden Piloten der Maschine gelten als erfahren, der eine war nach Behördenangaben seit 1985, der andere seit 1991 beschäftigt.

In den letzten zehn Jahren sind auf dem Kennedy-Flughafen mindestens 726 Vögel und andere Tiere mit Maschinen zusammengestoßen, wie aus Unterlagen der Flugbehörde FAA hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AP vorliegen. Die meisten derartigen Zwischenfälle ereigneten sich auf der Startbahn 31L, wo auch der Unglücksairbus am Montag abhob.

Nach Angaben von Bürgermeister Rudolph Giuliani wurden bislang 262 Leichen und 180 Leichenteile geborgen. Fünf Menschen wurden laut Giuliani vermisst. Sechs Wohnhäuser wurden weitgehend zerstört, sechs weitere schwer beschädigt.

Nach bisherigen Erkenntnissen versagte am Montag offenbar das linke Triebwerk der abgestürzten Maschine. Es wurde erst kürzlich gewartet. "Alles deutet auf einen Unfall hin", sagte die NTSB-Direktorin Marion Blakey. Dennoch wurde überprüft, wer in letzter Zeit Zugang zu dem Airbus hatte, der noch in der Nacht vor dem Abflug in die Dominikanische Republik routinemäßig gewartet worden war.

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