Turbulenzen nach US-Daten
Dax kratzt an 4200er Marke

Stark schwankende Kurse beherrschen am Donnerstag-Nachmittag das Börsen-Geschehen in Frankfurt. Nachdem in den USA neue Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, sackte der Dax kurz auf 4200 Punkte. Auch der "Verfall" der T-Aktie belastete.

vwd FRANKFURT. Widersprüchliche Konjunktur-Signale aus den USA schickten die Aktienkurse weltweit auf eine Achterbahn-Fahrt. Der Dax sackte gegen 18 Uhr kurzfristig auf 4199 Punkte, bevor er sich bis 18.30 Uhr wieder leicht auf 4226 Punkte erholen kann. Trotzdem bleibt ein Minus von drei Prozent oder fast 130 Punkte gegenüber seinem Mittwoch-Schluss.

Zuvor hatte Der von der Federal Reserve Bank of Philadelphia berechnete Index der allgemeinen Wirtschaftstätigkeit in der Region Philadelphia ist im Juni kräftiger als erwartet auf plus 22,2 gestiegen. Von vwd befragte Volkswirte hatten im Vorfeld der Veröffentlichung im Mittel ihrer Prognosen hingegen lediglich einen Indexstand von 11,5 Zählern in Aussicht gestellt, nachdem er im Vormonat bei plus 9,1 Punkten gelegen hatte. Wie die Federal Reserve of Philadelphia am Donnerstag weiter mitteilte, erhöhte sich der Index für die Neuaufträge auf plus 20,1 von plus 10,2 im Vormonat.
Der Index für die Lagerbestände stieg den Angaben zufolge auf minus 7,9 von minus 18,3 im Mai. Der Index für die erzielten Preise legte laut Federal Reserve of Philadelphia auf plus 8,7 von plus 7,3 im Vormonat zu. Für den Index der Beschäftigung wurde hingegen ein Rückgang auf minus 2,0 von plus 5,1 im Mai gemeldet.

Das Dax-Schwergewicht Deutsche Telekom hat im Handelsverlauf bei 9,22 Euro ein neues Allzeittief markiert und gibt nun noch rund sechs Prozent auf 9,37 Euro nach. "Es wird wohl nicht mehr lange dauern, und wir sehen die Acht vor dem Komma", sagt ein Händler. Der Dax, der am Vormittag für ein paar Minuten sogar im Plus notiert hatte, steht gegen 17.35 Uhr mit einem Minus von 2,6 Prozent bzw. 112 Punkten bei 4242 Stellen. Zeitweise betrug das Minus sogar drei Prozent gegenüber dem Mittwochs-Schluss.

Die größten Abgaben unter in den einzelnen Branchen verzeichnen nach der Nokia-Umsatzwarnung vor allem die Technologietitel. Insgesamt sei der Handel aber bereits stark vom großen Verfall am Freitag geprägt, sagt ein Händler zu den volatilen Kursbewegungen des Dax. Zudem sei die Grundstimmung weiter sehr schlecht, und zu Anpassungen auf Grund der zum Wochenschluss anstehenden Indexumgewichtung komme es auch. SAP reduzieren sich um 6,2 Prozent auf 97,05 Euro und fallen auf ein neues Jahrestief. Richtig Druck sei in diesem Wert nach dem Durchschlagen der 100-Euro-Marke aufgekommen, heißt es. Infineon geben 6,6 Prozent auf 14,95 Euro nach, Siemens auf Grund der ab Montag höheren Gewichtung im Dax um nur 0,8 Prozent auf 58,53 Eurjo.

Gleich mehrere Faktoren führen Händler ins Feld, warum die Automobil-Werte am Donnerstag stärker unter Druck geraten. Zum einen nennen sie eine Herunterstufung von GM und Ford durch Morgan Stanley, die sich auch auf den deutschen Markt niederschlage. Zum anderen wird der starke Euroo ins Feld geführt. Bei VW könnte zudem die immer noch hohe Beteiligung des Landes Niedersachsen für die Kursverluste verantwortlich sein, heißt es. BMW ermäßigen sich um 3,4 Prozent auf 40,01 Euro, DaimlerChrysler um 2,8 Prozent auf 45,80 Euro und VW um 6,1 Prozent auf 49,19 Euro.

MLP reduzieren sich am Nachmittag um 7,8 Prozent auf 31,33 Euro. Marktteilnehmer verweisen zur Begründung lediglich darauf, dass die Aktie immer noch sehr teuer sei und sie daher in solchen Marktphasen besonders gerne gegeben werde.

Allianz fallen um 5,2 Prozent auf 194,75 Euro. Dass die Deutsche Bank möglicherweise ihre verbleibenden Allianz-Aktien platziert, belastet die Titel nach Angaben von Händlern. "Die Deutsche Bank hat ja schon mit der Münchener-Rück-Platzierung relativ deutlich darauf hingewiesen, dass man sich für das nächste halbe Jahr nichts erwartet. Sonst hätte man die Aktien ja nicht zu dem Preis verscherbelt", sagt ein Marktteilnehmer. Er verweist zudem darauf, dass mit dem Durchschlag der 200-Euro-Marke zusätzlicher Druck auf die Allianz-Papiere gekommen sei.

Einen Lichtblick gibt es hingegen in der zweiten Reihe. CargoLifter ziehen um 17,9 Prozent auf 1,38 Euro an. Zwischenzeitlich hatte das Papier sogar bei 2,02 Euro sein Tageshoch markiert. Händler geraten allerdings in Erklärungsnot, wenn sie nach dem Kursplus von CargoLifter gefragt werden. "Grundsätzlich ist es so, dass sich die Institutionellen von dem Wert vollkommen zurückgezogen haben und der Newsflow deshalb an ihnen weitgehend vorbei geht", sagen mehrere Marktteilnehmer übereinstimmend. Von den Profis wird daher nur vermutet, dass die "Entmachtung des Vorstands" nach einem längeren Zeitungs-Artikel bei den privaten Anlegern erst heute so richtig für Hoffnung gesorgt hat. Zudem seien erneut Spekulationen um eine Übernahme von CargoLifter aufgekommen. Diesen Gerüchten sei aber kaum Glauben zu schenken, heißt es.

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