Turnen
Kampfrichter Fehler lösen Proteste aus

Der "Fall Paul Hamm" ist ein Skandal, der für den Weltturnverband FIG noch nicht erledigt ist. Elf Tage nach dem Mehrkampffinale der Männer reichte Südkoreas Teamleitung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) den lange angekündigten Protest ein. Der Einspruch verfolgt das Ziel den Bronzemedaillen- Gewinner Tae Young Yang nachträglich zum Olympiasieger küren zu lassen.

HB ATHEN. Der "Fall Paul Hamm" ist für den Weltturnverband FIG noch nicht erledigt. Elf Tage nach dem Mehrkampffinale der Männer reichte Südkoreas Teamleitung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) den lange angekündigten Protest ein, um den Bronzemedaillen- Gewinner Tae Young Yang nachträglich zum Olympiasieger küren zu lassen. Dies ging aus dem Schreiben hervor, das der CAS am Sonntag auf seiner Internetseite veröffentlichte.

Die Südkoreaner reklamieren, dass nach ihrem Protest an die FIG zwar Fehler von Kampfrichtern eingeräumt wurden, jedoch das Resultat des Wettkampfes unberührt blieb. Die FIG pocht auf Tatsachenentscheidung, die nicht nachträglich korrigiert werden dürfe. Mit der Suspendierung der drei Kampfrichter George Beckstead (USA), Oscar Reyes (Kolumbien) und Benjamin Bango (Spanien) hatte der Weltverband jedoch bereits indirekt eingestanden, dass mit Paul Hamm (USA) der falsche Turner zum Sieger gekürt wurde. Nach Angaben des CAS war mit einer Entscheidung in dem Streitfall nicht mehr vor Abschluss der Olympischen Spiele zu rechnen.

Hintergrund des seit Tagen schwelenden Konflikts ist Yangs Wertung am Barren. Die Referees hatten den Ausgangswert auf 9,9 Punkte festgelegt, obwohl nach Analyse der FIG 10,0 berechtigt gewesen wären. Die fehlenden 0,1 Zähler brachten Yang um den Olympiasieg. Versuche von FIG-Präsident Bruno Grandi (Italien), Hamm zum freiwilligen Verzicht auf Gold aufzufordern, waren in dieser Woche gescheitert: Der Amerikaner lehnte ab, sein Verband sprach von einer unverantwortlichen Nötigung. Auch in Sportler-Kreisen war diese FIG- Taktik auf Kritik gestoßen. "Ich würde doch auch nicht mein Gold wieder hergeben, nur weil Kampfrichter Fehler gemacht haben", zeigte der deutsche Reck-Finalist Fabian Hambüchen Verständnis für Hamms Ablehnung.

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