Turnen Olympia
"Ich habe fast eine dumme Einstellung gehabt"

Nach seiner Bronzemedaille am Reck wusste Turn-Star Fabian Hambüchen noch nicht so recht, ob er froh oder traurig sein sollte. Dennoch stellte er sich den Fragen der Journalisten.

Gold verpasst, aber Bronze gewonnen: Fabian Hambüchen wusste nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. "Momentan ist das alles schwierig zu realisieren", meinte der "Turnfloh" nach dem Reck-Finale.

Frage: "Fabian Hambüchen, glücklich über Bronze oder doch unglücklich über die verpasste Goldmedaille an ihrem Paradegerät Reck?"

Fabian Hambüchen: "Momentan ist das alles schwierig zu realisieren, da ist ein Durcheinander im Kopf. Ich war auf diese verdammte Goldmedaille fixiert und bin noch nicht ganz bei Bronze angekommen. Ich hoffe, dass ich mir in vier Jahren meinen Goldtraum erfüllen kann."

Frage: "Was genau ist in der Übung passiert, dass Sie statt des geplanten Schwierigkeitsgrades von 7,3 nur eine 6,8 geturnt haben?"

Hambüchen: "Geplant war am Ende eine 7,1, aber das hat auch nicht funktioniert. Die Punkte habe ich beim Adler mit ganzer Drehung verloren. Danach war gar nichts mehr im Kopf, da habe ich die Automatik eingeschaltet und nur zu Ende geturnt."

Frage: "Sie haben sofort nach der Übung den Kopf geschüttelt ..."

Hambüchen: "Ich habe gedacht: Medaille ade. Aber dann ist einer nach dem anderen runtergepurzelt. Ich dachte, ich werde zum vierten Mal Vierter. Vor dem letzten Turner ist mir ziemlich die Pumpe gegangen, da blieb mir fast das Herz stehen. Mit Bronze bin ich doch jetzt wirklich glücklich."

Frage: "Wie groß war die Nervosität vor dem wichtigsten Moment Ihrer Karriere?"

Hambüchen: "Ich war gar nicht so schlimm nervös. Aber das war nicht meine Woche, das waren nicht meine Olympischen Spiele. Ich kann von Glück reden, dass ich noch so jung bin und in vier Jahren nochmal antreten kann."

Frage: "Haben Sie die riesigen Erwartungen der Öffentlichkeit am Ende erdrückt?"

Hambüchen: "Ich habe fast eine dumme Einstellung gehabt. Ich war wirklich so auf diese eine Medaille fixiert, dass ich mich erst fast nicht über Bronze freuen konnte. Wenn nur von Gold geredet wird, dreht man irgendwann selbst am Rad. Aber so hebe ich mir was auf für London 2012: Entweder es klappt dort mit Gold oder ich habe zumindest diese eine Medaille von hier in der Tasche."

© SID

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