Turnen
Turn-Knirps Hambüchen ganz groß

Der Leistungsturner wird von seinen Schulkameraden "Little" genannt, seine Teamkollegen bleiben bei "Kurzer" und Athen hat seinen verstaubten Spitznamen "Professor" wieder ans Tageslicht gebracht. Trotz dieser unliebsamen Kosenamen bestätigt Fabian Hambüchen unbeeindruckt seinen Ruf als Deutschlands größte Turner-Hoffnung.

HB ATHEN. Gern wurde in Griechenlands Metropole der Spruch von Ex-Weltmeister Eberhard Gienger zitiert, den dieser vor einem Jahr reklamierte. "Er ist eine absolute Granate. Der Junge ist jetzt schon besser, als ich es jemals war", hatte der Bundestagsabgeordnete geurteilt. "In Athen ist er noch etwas zu jung für den ganz großen Erfolg. Seine Zeit kommt bei Olympia 2008", fügte Gienger hinzu. Mit seinem Einzug in das Reck-Finale strafte der nur 1,58 m große Knirps den Altmeister nun fast Lügen, zumal sein Vater behauptet: "Jetzt ist alles drin, am Reck kann alles passieren".

Wolfgang Hambüchen, der seinen Sohn im Alter von vier Jahren über das Trampolin zum Gerätturnen brachte, hatte nach dem Vorkampf vor dem Fernseher eine Flasche Sekt geköpft. "So zappelig war ich lange nicht mehr", gab er zu. Zwischen Vater und Sohn herrscht allerdings nicht immer Eintracht. "Besonders wenn wir im Training nicht einer Meinung waren und ich danach in meinem Zimmer die Musik zu laut aufdrehe", räumt Fabian Konfliktstoff ein.

Nachdem bei seiner Ankunft der dritte Satz Kontaktlinsen zu Bruch ging, turnte er seit Jahren erstmals wieder mit einer Sportbrille und stöhnte: "Nun bin ich wieder bei allen der Professor". Schon vor Jahren hatte ihm Biomechaniker Mauno Nissinen den Spitznamen verpasst, den Fabian heute als 16-Jähriger nicht mehr so gern hört. Sympathien erwarb sich der jüngste Turner der Olympia-Geschichte jedoch nicht nur mit seinem akrobatischen Feuerwerk, sondern mit der Unbekümmertheit vor den TV-Kameras. Nachdem er schon im "ZDF-Sportstudio" die Herzen der Zuschauer gewann, beeindruckte der Gymnasiast auch durch Schlagfertigkeit. Auf die Frage, ob ihm Finals in der Mannschaft, im Mehrkampf und am Reck nicht zu viel würden, konterte er: "Wieso? Für mich könnte jeden Tag Wettkampf sein".

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